Palermo oder Wolfsburg

"Deutschland ist ein fremdes Land, in dem man sich Mühe geben muss."
Das deutsche Autorenkino hat einen seiner bekanntesten Filmemacher verloren: Werner Schroeter, Regisseur von Werken wie "Palermo oder Wolfsburg","Tag der Idioten", "Malina", "Diese Nacht", ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Wir zeigen "Palermo der Wolfsburg" diesen wunderbaren Film und "Plädoyer für die individuelle Identität, ein Protest gegen die Tendenzen der Angleichung, Anpassung und Homogenisierung unseres Lebens in Staat und Gesellschaft." (Frankfurter Rundschau).
Arbeit ist rar in Sizilien, also folgt der 16,17-jährige Nicola einer Vielzahl seiner Landsleute als "Gastarbeiter" ins kalte Deutschland. Deutschland soll für ihn das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und vor allem das Land sein, das der Familie in Sizilien zu überleben hilft. Bei VW in Wolfsburg findet er eine Anstellung und verliebt sich in die Automechanikerin Brigitte. Aber sie benutzt ihn nur, um ihre deutschen Freunde eifersüchtig zu machen und verläßt ihn. Nicola ist aufgewachsen in sizilianischer Tradition und fühlt sich seiner Ehre beraubt. Im Streit tötet Nicola die Männer. Es kommt zum Prozess, den Nicola stumm über sich ergehen lässt. Seine Verteidigerin möchte einen Freispruch. Nicola gesteht seine Tat.
 Werner Schroeter stellt diesen deutschen Gerichts-Prozess gegen "den kleinen Jungen" (Schroeter) aus Sizilien ganz bewusst verzerrt in der Optik dar, um zu zeigen, "...dass das eine Farce ist, weil man dem gar nicht gerecht werden kann, was mit diesem 16,17-jährigen Jungen passiert ist. Er hat andere Kriterien, als diese deutsche Gesetzgebung und die deutschen Richter."
Werner Schroeter: "Die Verzerrung ist so, wie er es empfindet, er empfindet das als absurdes Theater, der klärende Moment ist der Moment, wo er sagt: 'Ich war es, ich will gar nicht frei sein - er hat seine Ehre wieder zurück. Er will am Ende das sein, was er ist, er will sich nichts schenken lassen, was er nicht ist.'"

Schroeters eigenwilliger Film besteht aus drei stilistisch völlig unterschiedlichen "Akten": Realistisches mischt sich mit opernhaften Elementen und satirischen Verzeichnungen bis zur surrealistischen Farce.

"Tollkühn, polemisch, bizarr: Werner Schroeters auf grandiose Art stilsprengende Passions-Oper „Palermo oder Wolfsburg.“ Wie ein Volkswagen-Pasolini holt Schroeter hier weit aus zum leidenschaftlichen Plädoyer für den Süden gegen den Norden und ergreift radikal Partei für eine alte Kultur im Elend – gegen eine Hochzivilisation im Wohlstand. Ein herrlich monströser Film, kraftvoll und kompromisslos." (Abendzeitung) sic.

 


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