Nackt

(Naked) Spielfilm, Großbritannien 1993, 126 Minuten Regie: Mike Leigh Mit David Thewlis, Lesley Sharp, Katrin Cartlidge, Greg Cruttwell, Claire Skinner, Peter Wight, Ewen Bremner

Johnny ist genau das Gegenteil von Poppy, er ist mürrisch, gewalttätig, zynisch, ein auf verstörende Weise verbitterter Mann mit einer aufrichtig negativen Weltsicht. Johnny ist der Held in Mike Leighs Film "Nackt" (Naked, Großbritannien 1993) - mit David Thewlis (übrigens der Fahrlehrer in "Happy-Go-Lucky"), Lesley Sharp, Katrin Cartlidge, Greg Cruttwell, Claire Skinner, Peter Wight, Ewen Bremner.
Der arbeitslose Johnny hat in Manchester eine Frau vergewaltigt und flüchtet nach London, wo er sich in der Wohngemeinschaft seiner Ex-Freundin Louise einquartiert. Der sarkastische Gassenphilosoph macht aus jedem Wortwechsel ein Wortspiel und bändelt mit Louises Mitbewohnerin Sophie an. Doch als sich die ständig im Hasch-Rausch schwebende Gammlerin in ihn verliebt, flieht er vor ihr und zieht durch die Stadt, trifft den Nachtwächter Brian , lernt die schüchterne Serviererin eines Cafés kennen. Sie scheint ihn zu mögen und nimmt ihn mit nach Hause. Doch diese Begegnung ist noch lange nicht die letzte auf Johnnys kurioser Odyssee.     
Mit schillerndem Wortwitz und rabenschwarzen Pointen zeichnet Regisseur Mike Leigh in seinem Film ein ebenso düsteres wie boshaft-witziges Sittenbild der Post-Thatcher-Ära. Für seine eindringliche Darstellung wurde David Thewlis ("The Big Lebowski", "Sieben Jahre in Tibet") auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 1993 als bester Darsteller ausgezeichnet. Mike Leigh selbst erhielt den Preis für die beste Regie.

David Thewlis als Johnny erhielt für seine schauspielerische Leistung die goldene Palme in Cannes. In seiner Rolle widerfährt ihm eher Pech als Glück. Die Sprache, die Johnny verwendet, ist geprägt von einem Sarkasmus und von einem überschätztem Selbstbewußtsein. Oft sind in seinen Erklärungen über die Sicht der Dinge ein "Kannst du mir folgen?" eingeflochten. Eine Phrase, die zeigt, dass Johnny mehr besserwisserisch, als wirkliches Wissen besitzt. Der Film besticht eher durch die Stimmung, die er vermittelt als durch Inhalte. Die Stimmung wird gehalten durch die Musik, die den Film konsequent durchzieht, sowie ein Maß an Dramatik und Melancholie vermischt mit einer Aussichtslosigkeit, dargestellt an Johnnys Situation. So ist auch der Titel zu verstehen. "Nackt" als dem schutzlosen Ausgeliefertsein in einer gefühlskalten, menschenfeindlich gewordenen Umgebung. Nur so kann man Johnny's Verhalten begreifen, als eine Reaktion auf eine gefühlskalte, feindliche Welt und nackt ist es aussichtlos draußen zu überleben. So scheitert Johnny in seinem Bestreben in einer feindlichen Umgebung Fuß zu fassen und Kontakt aufzunehmen, in der jeder Mensch wie in einem Kokon nur den Blick auf sich hat, auf sich und seine egoistischen Bedürfnisse. Auf diese Weise kommt eine nihilistische Sichtweise auf die Dinge des Lebens zutage, die aber im Wechselspiel mit zwischenmenschlichen Beziehungen wieder Hoffnung und Vertrauen schafft. Mike Leigh's "Nackt" will soziale Mißstände aufzeigen und kritisiert im Allgemeinen soziale Unterschiede. Am Beispiel Johnny zeigt der Film, dass jemand aus der Unterschicht existentielle Not leidet, während ein Jeremy G. Smart Probleme wie Johnny zum einen gar nicht hat, sie ihn gar nicht interessieren und zum anderen solche Menschen verachtet.

Mit "Nackt" beschließt die Kinowerkstatt vorläufig die kleine Reihe mit Filmen des britischen Regisseurs Mike Leigh.

Interview Mike Leigh (epdFilm)


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