15. Französiche Filmtage: Hommage an Eric Rohmer




Als Maurice Henri Joseph Schérer wurde er geboren, aber als Eric Rohmer ist er mit 89 Jahren in Paris gestorben. Rohmer gehörte zu den grossen Namen der 'nouvelle vague', war aber der letzte, der vom Schreiben für die Cahiers zum Filmen selbst gefunden hat. Wohl auch darum hat er ausserhalb der cinéphilen Kreise nie den mythisch überhöhten Ruf eines Godard erreicht. Darum, aber auch aufgrund seiner soliden Konsistenz und stilistischen Konsequenz.

Rohmers Filme, das sind “...die, in denen endlos über nichts geredet wird”, das war wohl einer der häufigsten Sätze, die man zu ihm zu hören bekam, wenn man seinen Namen irgend wo ins Gespräch brachte. Und meistens folgte dann von jemandem der lächelnde Hinweis, dass es aber nie jemand charmanter und verspielter fertig gebracht hätte, solch permanentes Reden vor der Kamera natürlicher, unterhaltsamer und vor allem geistreicher zu inszenieren. Und wenn jemand das sagte, durfte man davon ausgehen, dass der oder diejenige recht gut Französisch verstand und die französische Lebensart goutierte.

15. FRANZÖSISCHE FILMTAGE  - Programm

Hommage an Eric Rohmer

Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49

vom 18. bis 21. Februar 2011

unter der Schirmherrschaft des Herrn Generalkonsuls der Französischen Republik im Saarland



„Eric Rohmer: Der im Jänner dieses Jahres verstorbene Filmemacher, dem Viennale und Filmmuseum die gemeinsame Retrospektive widmen, war eine Zentralgestalt der französischen Nouvelle Vague. Zugleich entwickelte er im Alleingang eine Ästhetik, die sui generis blieb: Der Rohmer-Stil verbindet die naturalistische, täuschend einfach wirkende Erzählung von Alltags- und Beziehungsgeschichten mit raffiniert komponierten, intellektuell bestechenden Versuchsanordnungen. Bevor er zum Kino kam, beschäftigte sich Eric Rohmer leidenschaftlich mit Literatur, klassischer Musik und Philosophie - Gebiete, die sein Schaffen bis zuletzt in schillernder Bewegung hielten. Seine Filme kreisen um die Dialektik von Gedanken und Gefühl und lieben das Paradoxe: die verhalten komische Kollision von Rationalismus und Erotik, sehnsüchtigen Bewegungen und fixen Ideen, gefestigten Weltbildern und unvorhersehbaren Zufällen.“

(Programm Österr. Filmmuseum, Retrospektive Eric Rohmer)

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Das folgende Programm wurde zusammengestellt mit Unterstützung des Institut d’études françaises Saarbrücken, des Romanistischen Instituts der Universität des Saarlandes und des Generalkonsulats der Französischen Republik im Saarland.


Freitag

Eröffnung


18.02. 2011 20 Uhr

DIE MARQUISE VON O



(La marquise d’O…) in deutscher Sprache mit französchen Untertiteln, 1h 47, Prix spécial du Jury , Cannes 1976 nach einer Novelle von Heinrich von Kleist.

Eine Festung wird von russischen Truppen angegriffen. Eine junge Witwe, die Marquise von O… wird von dem Grafen F… vor der Entehrung durch einen Soldaten gerettet, der die ohnmächtige Marquise davonträgt…Er muss wieder ins Feld ziehen, macht ihr aber einen Heiratsantrag….Nach einiger Zeit bemerkt die Marquise, dass sie schwanger ist… Ihr Vater, der nicht an ihre Unschuld glaubt, verjagt sie aus seinem Haus. Wie wird diese Geschichte wohl enden?

 

Im Anschluss an die Vorführung lädt der Konsul zu einem Vin d’Honneur ein.


Samstag

19.02. 2011 19 Uhr

QUATRE AVENTURES DE REINETTE ET MIRABELLE

Vier Abenteuer von Reinette und Mirabelle

OF, dUT, Komödie, 1h35 avec Joëlle Miquel, Jessica Forde 1986


Eine junge Frau aus der Provinz und eine junge Pariserin lernen sich auf dem Lande kennen und treffen sich wieder in Paris wo sie ihre unterschiedliche Lebensauffassung entdecken. In diesen 4 Kurzfilmen zeigt Rohmer den Kontrast zwischen gesunder, vielleicht naiver Moral und der Infragestellung dieser Moral.



19.02. 2011 21 Uhr

LES RENDEZ -VOUS DE PARIS

OFdUT, Komödie, 1h40 mit Clara Beller, Antoine Basler, Mathias Megard, Judith Chancel, 1995.


Die Liebesabenteuer junger Menschen in den Gärten und dorfähnlichen Vierteln von Paris.

Frankreichs Großmeister des Dialog-Kinos vereint drei Geschichten um Liebe, Untreue und die Kunst: Esther (Clara Bellar) will beim "Rendezvous um 7" ihrem treulosen Freund einen Denkzettel verpassen. "Die Bänke von Paris" sind der einzige Treffpunkt für ein heimliches Liebespaar. Und ein Maler (Mathias Mégard) lässt sich von zwei Frauen und Picassos Bild "Mutter und Kind, 1907" inspirieren.


Sonntag

20.02.2011 Matinée 11 Uhr

CONTE D’AUTOMNE (Herbstgeschichte)


OF dUT, Sittenkomödie, 1h50 mit Marie Rivière, Béatrice Romand, Alain Libolt, Didier Sandre, Alexia Portal, 1998.

Magali,eine dynamische Vierzigjährige baut an den côteaux du Rhône Wein an. Sie mag ihre Arbeit aber fühlt sich ein wenig einsam. Zwei Freundinnen wollen ihr unbedingt einen Bräutigam beschaffen.

Im Anschluss das traditionelle Frühstück, wobei sich die Organisatoren bemüht haben, der Bedeutung des Weines, die ihm im Film zukommt, nachzueifern.


 

20.02.2011 20 Uhr

PAULINE A LA PLAGE (Pauline am Strand)

OF dUT, dramatische Komödie, 1h35 mit Amanda Langlet, Arielle Dombasle, Pascal Greggory, Féodor Atkine, Simon de La Brosse, Rosette, 1983.


Am Beispiel eines scheinbar harmlosen Hin und Her von Liebe, Indiskretion und Zufall analysiert Rohmer mit teilweise grausamer Ironie die unterschiedlichen Verhaltensweisen gegenüber der Liebe. Henri (FéodorAtkine) möchte sich nicht binden während Pierre(Pascal Greggory) von idealer und dauerhafter Liebe träumt… Pauline (Amanda Langlet) lernt, dass nicht jede Wahrheit ausgeplaudert werden soll. Dieser Film gehört zum Zyklus «Comédies et Proverbes » (Komödien und Sprichwörter)


Montag

21.02.2011 20 Uhr

LES AMOURS D’ASTRÉE ET DE CÉLADON

(Die Liebesgeschichten von Astrée und Céladon)


OF, nach dem Roman von Honré d’Urfé, 1h49, mit Cécile Cassel, Véronique Reymond, Rosette, Jocelyne Quivrin, Rodolphe Pauly, Mathilde Mosnier, et Serge Renko.


In einem Wunderwald, zur Zeit der Druiden lieben der Hirte Céladon und die Schäferin Astrée einander in reiner Liebe. Getäuscht von einem Bewerber bricht Astrée mit Céladon, der sich in seiner Verzweiflung in einen Fluss stürzt. Sie glaubt, er sei tot, aber er wird von Nymphen gerettet. Er hat Astrée versprochen, sich nie wieder vor ihr zu zeigen, die Nymphen machen ihm deutliche Avancen. Wird es ihm gelingen seine geliebte Astrée wieder zu sehen ?


Abréviation: OF: Version originale française, sta: sous-titrée en allemand

 









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