An einem Samstag

Subbotu Innocent Saturday (Russische Föderation, Deutschland, Ukraine, 2011, 99 min) Regie: Alexander Mindadze Darsteller: Anton Shagin, Svetlana Smirnova-Marcinkevich, Stanislav Rjadinskij, Vasilij Guzov, Aleksej Demidov, Vjacheslav Petkun, Sergej Gromov

Berlinale 2011: Tanz auf dem Vulkan

Bei den 61. Filmfestspielen in Berlin fand die Weltpremiere des Films von Alexander Mindadse „Am Samstag“ statt. In seiner zweiten Arbeit als Regisseur (nach dem Film „Loslösung“) setzt er sich wieder mit einer Katastrophe und dem Verhalten der Menschen auseinander, die davon betroffen sind. Diesmal geht es um Tschernobyl, wo sich  vor genau 25 Jahren eine radioaktive Katastrophe ereignet hat.
Eintrittskarten für die Vorführung des russischen Streifens, der von den ersten 24 Stunden nach der Explosion im Kernreaktor handelt, von dem „Samstag der Unwissenheit“, wurden gleich am ersten Tag ausverkauft, als die Kassen der Berlinale öffneten. Alle Eintrittskarten waren sehr bald, noch vor der Eröffnungszeremonie des Festivals vergriffen, und an den Leuchttafeln der Kassen war der Titel des russischen Films rot hervorgehoben: keine Karten vorhanden.

„Es ist lange her, daß mir die Idee des Films eingefallen ist, ich habe lange an dem Drehbuch gearbeitet“, erzählte Mindadse in der Pressekonferenz. „Ich bin kein Katastrophen-Künstler, mich interessiert nicht das Unglück an sich, sondern der Grenzzustand zwischen Leben und Tod, das Verhalten der Menschen in einer ähnlichen Situation.“

Die Handlung spielt am Samstag, dem 26. April 1986 in der Stadt Pripjat. Die Hauptfigur des Films, ein junger Experte im Stadtkomitee der KPdSU gehört zu den wenigen, die von der Katastrophe früh erfahren. Aus unzusammenhängenden Brocken der Gespräche zwischen seinen Vorgesetzten und denjenigen, die zum Zeitpunkt der Explosion Dienst hatten, bildet sich die fürchterliche Gewissheit: „Kernreaktor“, „Hiroshima“. Was hätte ein normaler Mensch in dieser Situation getan? Er wäre möglichst weit von dem furchtbaren Ort geflohen, nachdem er alle gemahnt hätte, dass sie sich retten müssen. Aber in der Sowjetunion waren die Informationen dieser Art aufs strengste tabuisiert: laut den Parteibonzen, um Panik zu vermeiden.

So bleibt der kleine Stadtkomitee-Experte, (eine ausgezeichnete Arbeit des angehenden Schauspielers Anton Schagin) nach einem nicht allzu energischen Versuch zu fliehen - egal wohin - bei der Hochzeit eines Bekannten hängen. Dies, nachdem er vor der Parteiobrigkeit den schrecklichen Schwur abgelegt hat: „Ich soll mein Parteibuch einbüßen, wenn ich es ausplaudere“.

Während der Pressekonferenz in Berlin gestand Alexander Mindadse: „Was mich wirklich erschüttert hat: Warum sind die Wenigen, die von der Havarie wussten, nicht Hals über Kopf aus der Stadt weggelaufen? Etwa deshalb, weil die Gefahr absolut unsichtbar war? Mein Film handelt nicht von der Tschernobyl-Havarie, sondern von dem Aufblühen des Lebens im Augenblick einer tödlichen Gefahr.


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