Lügen und Geheimnisse

(Secret and Lies) GB/F 1996, 142 Minuten, Regie: Mike Leigh, Drehbuch: Mike Leigh, Kamera: Dick Pope Darsteller: Brenda Blethyn, Marianne Jean-Baptiste, Timothy Spall, Phyllis Logan, Claire Rushbrook

Eigentlich passiert nichts Aufsehenerregendes in Mike Leighs Filmen („Hohe Erwartungen”, 1988; „Das Leben ist süß”, 1990; „Nackt”, 1994; „Topsy-Turvy”, 1999; „All or Nothing”, 2002; „Vera Drake" 2004; „Happy-Go-Lucky" 2008). Alltägliches vermischt sich mit eigenen Erfahrungen und Erinnerungen, fast leise erzählt Leigh seine Geschichten. 

Hortense, eine junge schwarze Londonerin, begibt sich nach dem Tod ihrer Adoptivmutter auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Überrascht findet sie heraus, dass ihre Mutter Cynthia eine Weiße ist, die mit ihrer Tochter Roxanne in recht einfachen Verhältnissen lebt. Nach schwierigem Anlauf entwickelt sich zwischen den beiden eine echte Mutter-Tochter-Beziehung. Doch wie soll Cynthia ihrer Familie klar machen, dass sie eine schwarze Tochter hat? Künstlerisch herausragender, emotional anrührender und zutiefst warmherziger Film, hervorragend gespielt. Die internationale Aufmerksamkeit, die "Lügen und Geheimnisse" erlangte, dokumentiert sich eindrucksvoll anhand der zahlreichen Ehrungen, die ihm zuteil wurden. Dazu zählen eine Goldene Palme 1996 in Cannes, sowie fünf Oscar-Nominierungen in den Kategorien bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Hauptdarstellerin (Brenda Blethyn) und beste Nebendarstellerin (Marianne Jean-Baptiste). Als beste Schauspielerin nahm Brenda Blethyn überdies einen Golden Globe und den Jury-Preis des Filmfestivals von Cannes entgegen.

Am Anfang steht eine Beerdigung, am Ende eine Versöhnung. Dazwischen gibt es zahlreiche Lügen und Geheimnisse. So könnte man den Inhalt von Mike Leighs Film Lügen und Geheimnisse vereinfacht zusammenfassen. Einfach erscheint die Geschichte allerdings nur auf den ersten, oberflächlichen Blick, denn dem renommierten britischen Regisseur geht es um viel mehr: Anhand einfacher familiärer Konstellationen verdeutlicht er die Komplexität menschlicher Beziehungen jenseits des äußeren Anscheins und stellt fundamentale Fragen wie: Wie wollen wir sein? Wie sehen uns andere? "Lügen und Geheimnisse", sagt Leigh, "handelt von Herkunft und Identität, von dem ewigen Wandel der Vorstellungen, die wir von uns selbst und den anderen haben, und von unserem zwanghaften Bestätigungsbedürfnis, wer und was wir sind und woher wir kommen."

Zitate:

  • „Ich treffe in meinen Filmen keine moralischen Urteile, ich ziehe keine Schlüsse. Ich stelle Fragen, ich beunruhige den Zuschauer, ich mache ihm ein schlechtes Gewissen, lege Bomben, aber ich liefere keine Antworten. Ich weigere mich, Antworten zu geben, denn ich kenne die Antworten nicht.“ (1993)
  • „Ich arbeite sehr eng mit jedem einzelnen Schauspieler zusammen, um eine Figur zu erschaffen. Stück für Stück entwickeln wir die ganze Geschichte dieser Figur, ihre ganze Welt mit all den Beziehungen. Auch die Zeit ist sehr wichtig, die chronologische Zeit des Lebens einer Figur, die Jahre, die sie bereits gelebt hat. Dabei geht es nicht nur um Improvisation, sondern auch um Recherche. Aber das Wichtigste ist dabei nicht, was der Schauspieler individuell macht, sondern was die Darsteller zusammen in den Beziehungen machen.“

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