Barbara

Deutschland 2012 - Regie: Christian Petzold - Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Jasna Fritzi Bauer, Marc Waschke, Rainer Bock, Christina Hecke, Peter Benedict, Deniz Petzold - Prädikat: besonders wertvoll - FSK: ab 6 - Länge: 105 min. - Start: 8.3.201

Silberner Bär 2012, Beste Regie

ab  Jahre
ca. 105 min.


Petzold hat es mit Barbara zu einer eindrucksvollen Perfektion in der Inszenierung gebracht, mit der er sich den Silbernen Bären für die beste Regie wahrlich verdient hat, die ohne die fantastischen Schauspieler und das Team, das er im Laufe der Jahre um sich versammelt hat, aber nicht möglich wäre. Viele Teammitglieder sind seit seinem ersten Film dabei. Man könnte vom System Petzold sprechen, in dem jeder meisterlich der Prämisse folgt, möglichst ökonomisch zu erzählen. Neben der zu recht hoch gelobten Bildgestaltung Hans Fromms und der Montage Bettina Böhlers seien hier K.D. Gruber und Anette Guther hervorgehoben, die im Szenen- und Kostümbild genau das leisten, was das System Petzold ausmacht. Sie übertreiben nicht, sind so genau wie möglich und schaffen es doch, eine lebendige Atmosphäre zu erzeugen. Nicht zu vergessen aber der für den Originalton zuständige Andreas Mücke-Niesytka. Er ist dafür verantwortlich, daß das System Petzold klingt wie es klingt. Berauschend.

Da ist Barbara, eine Ärztin, die nach Stellung eines Ausreiseantrags in ein Provinzkrankenhaus strafversetzt wird. Sie hat abgeschlossen mit dem System und seinen Methoden. Sie will weg. Unter Überwachung der Behörden stehend, mißtraut sie jedem und bleibt kalt. Sie »separiert« sich. Und da ist Andre, der leitende Arzt, der sich arrangiert hat, dabei aber sympathisch von simplem Opportunismus entfernt und nicht unglücklich scheint. Zwischen den beiden beginnt ein leises Spiel von Annäherung und Abstoßung, Distanz und Vertrauen. Erzählt wird aus Barbaras Perspektive – gemeinsam mit ihr ist man reserviert, baut nur vorsichtig Vertrauen auf, um es schnell wieder zu hinterfragen. Diese Unsicherheit wird ohne übertriebene Effekte auf den Zuschauer übertragen. Nur in der innigen Empathie ihren Patienten gegenüber zeigt Barbara, zu welchen Gefühlen sie jenseits der Abschottung imstande ist. Wie stark darf man sich und seine Beziehungen von den Verhältnissen beeinträchtigen lassen? Wie viel Mißtrauen verträgt ein Mensch, welches Maß an Kompromißbereitschaft macht glücklich? Wie viel Freiheit braucht man und wie viel Nähe kann man ihr opfern? In Barbara wird kein politisches System betrachtet, sondern die Auswirkungen der darin wirkenden Mechanismen auf den Einzelnen und die Fragen, die daraus entspringen. Die Spannungen zwischen privater, staatsbürgerlicher, beruflicher und ethischer Identität werden eindringlich offenbart.

...auf die übliche Ausstattung (Hammer und Zirkel im Ährenkranz!) und Kennzeichnung (Die Mauer! Die Stasi!), auf bekannte Insignien wird verzichtet. Viel mehr wird eine Geschichte aus dem Leben von zwei, drei Menschen in der DDR erzählt. Christian Petzold hat schon früher bewiesen, daß er ein Meister der Sichtbarmachung des Politischen im Privaten ist. In der Zeichnung zwischenmenschlicher Beziehungen streift er gesellschaftliche Fragen, verhandelt Zusammenhänge wie die des Geldflusses, der Zersiedelung oder der Zuordnung von Schuld. Er ist ein versierter Erforscher deutscher Zustände, recherchiert genau und erzählt präzise und reduziert, ohne zu stark zu verklausulieren.
"...Manchmal kontert Klavierspiel die kalte Kontrolle der Staatsdiener. Auf dem Heimweg von der Arbeit rauscht der Wind wild in den Bäumen – unwirtlich, aber befreiend, denn er übertönt die Überwachung. Antagonisten im Klang. Eine Geschichte erzählt in Tönen. Doch auch die Bilder wechseln in Christian Petzolds Barbara ihre Farbtemperatur zwischen kaltem Mißtrauen und warmen Emotionen und machen die DDR – so abgedroschen das auch klingen mag – sinnlich erfahrbar." (schnitt.de)
 



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