The Cut

(Deutschland, Frankreich, Polen, Türkei, Kanada, Russland, Italien 2014 | 138 min), Darsteller: Tahar Rahim, Simon Abkarian, Makram J. Khoury, Hindi Zahra, Kevork Malikyan, Bartu Küçükçağlayan, Trine Dyrholm, Moritz Bleibtreu.


Großes Kino!

ab Jahre
ca. 138 min.



"The Cut" ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Film in der Karriere von Fatih Akin ("Gegen die Wand", "Soul kitchen")  - und großes Kino!

Im Mittelpunkt: Der junge Schmied Nazaret und seine Töchter. Er ist ein angesehenes Mitglied der armenischen Gemeinde in der ostanatolischen Stadt Mardin. Eines Nachts, im Herbst 1915, wird er wie alle armenischen Männer von der türkischen Gendarmerie verhaftet und abgeführt. Er soll ermordet werden. Nachdem es ihm gelingt, den Horror des Völkermordes zu überleben, erreicht ihn Jahre später die Nachricht, dass auch seine Zwillingstöchter am Leben sind. Besessen von dem Gedanken, sie wiederzufinden, folgt er ihren Spuren. Sie führen ihn von den Wüsten Mesopotamiens über Havanna bis in die kargen, einsamen Prärien North Dakotas. Auf seiner Odyssee begegnet er den unterschiedlichsten Menschen.

Die an Schauplätzen rund um die Welt gedrehte Produktion ist Fatih Akin's bislang teuerste. Sie ist auch das Werk, bei dem der Hamburger Regisseur seinem großen Vorbild Martin Scorsese nicht nur filmisch (wie bei seinem Debüt „Kurz und schmerzlos“), sondern auch persönlich ganz nahe kam: Akin holte sich zum einen


Fatih Akin
„'The Cut' ist ein sehr persönlicher Film geworden, der sich inhaltlich mit meinem Gewissen und formal mit meiner Liebe zum Kino auseinandersetzt“, so der Regisseur.
Scorseses früheren Drehbuchschreiber Mardik Martin als Co-Autor an Bord, vor allem aber sah sich der Oscar-Preisträger persönlich eine frühe Rohfassung von „The Cut“ an und gab Akin Hilfestellungen für den weiteren Schnitt. Und schließlich wagt sich der deutsch-türkische Regisseur mit seinem Spielfilm hier an ein ebenso gewichtiges wie umstrittenes Thema: Die in der Türkei über Jahrzehnte systematisch totgeschwiegene Vertreibung und Ermordung Hunderttausender Armenier (einige Historiker sprechen sogar von 1,5 Millionen Opfern) vor genau 100 Jahren während des Ersten Weltkriegs. Was nicht nur in Armenien, sondern auch in Frankreich und vielen anderen Ländern,
jetzt auch in Deutschland, offiziell als Völkermord eingestuft wird, will Akin unbedingt einer möglichst großen Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen. Seine Wut und sein Mitteilungsdrang sind in „The Cut“ jederzeit spürbar und sorgen dafür, dass sein Film zu einem ungeheuer kraftvollen und eindringlichen Drama über ein viel zu wenig beachtetes Kapitel der Weltgeschichte wird.

Fatih Akin vollendet damit seine mit „Gegen die Wand“ begonnene und mit „Auf der anderen Seite“ fortgesetzte „Liebe, Tod und Teufel“-Trilogie und kommt an den vorläufigen Endpunkt seiner persönlichen Reise vom Intimen zum Epischen. Auch der letzte Teil der Trilogie ist geprägt von Fatih Akins Sicht auf die Welt.




Lief vom 25. April - 4. Mai 2015


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