Amy

(The Girl Behind the Name - USA 2015), Regie: Asif Kapadia, mit Amy Winehouse, Mark Ronson,Tony Bennett, Peter Doherty, Blake Fielder, Juliette Ashby, Janis Whinehouse, Mitchel Whinehouse u.v.a.


...aus Cannes mitgebracht!

ab - Jahre
ca. 128 min.


Der Tod macht aus dem Fluss des Lebens eine abgeschlossene Erzählung. „Amy“ von Asif Kapadia erinnert an Amy Winehouse!

Selbst wer ihre erstaunliche Karriere nur aus dem Augenwinkel verfolgt hatte, konnte nicht umhin, von der Nachricht ihres Todes am 23. Juli 2011 nicht überrascht zu sein. Die Agonie der Sängerin Amy Winehouse, die schon zu Lebzeiten als musikalische Sensation gefeiert und als hochbegabte Musikerin galt, spielte sich gewissermaßen in aller Öffentlichkeit ab; Bilder ihrer derangierten Auftritte fütterten die Medien; Konzerte und Tourneen wurden abgesagt - und wenn sie nicht im Vorfeld abgesagt wurden, liefen sie auf offener Bühne vor Publikum skandalös aus dem Ruder. Am Schluss dann Herzstillstand infolge massiven Alkoholkonsums: ein dunkles Pop-Gesamtkunstwerk.

Die Erzählung des Films ist von den Texten ihrer Songs strukturiert: "They tried to make me go to rehab / But I said no, no, no!"  - Winehouse war eben nicht nur eine Retro-Soul-Interpretin, sondern sie schrieb ihre wunderbar ehrlichen Songs selbst.

"...wichtiges Element sind die Texte von Winehouse’ Songs, die Kapadia immer wieder einblendet. Sie machen deutlich, wie eng die Londonerin ihre Kunst und ihr Leben geführt hat: Die Lyrics wirken tatsächlich bisweilen wie ein Tagebuch in Gedichtform." (taz)
 
"Ein Gegengewicht zum Material über die öffentliche Karriere des Stars Amy Winehouse gelang dem Regisseur Kapadia durch den Einbezug von Winehouses ältesten Freunden und ihrem ersten Manager Nick Shymansky, der immerhin 12 Stunden Videomaterial der frühen Jahre beisteuern konnte. Hier sehen wir eine hoch talentierte, witzige, aber auch unsichere Sängerin, die erst lange überredet werden musste, ein Album aufzunehmen, von der aber nachdrücklich behauptet wird, dass es durchaus Spaß machte, mit ihr zusammen zu sein.
...Die »Unschuld« der frühen Jahre sorgt dann dramaturgisch für die entsprechende Fallhöhe, wenn es im Film um das lange Sterben der Amy Winehouse geht. Hatte sie selbst nicht schon früh artikuliert, dass sie nicht geschaffen sei für die große Bühne? Allmählich und durchaus subtil gerät der Film zur Anklageschrift: Da ist der coole Junkie Blake Fielder-Civil, in den sich Amy unglücklich verliebt, dem sie die traurigen Songs von "Back To Black" widmet, der Amy mit harten Drogen anfixt, sie heiratet, die längste Zeit der Ehe im Gefängnis sitzt - und der jetzt vor der Kamera nach bestem Wissen und Gewissen lässig als Mega-Arschloch Auskunft gibt. Da ist Amys Vater, der die Familie früh verlassen hat und sich jetzt im Glanze des Ruhms seiner Tochter sonnt. Der seine eigene kleine Musikerkarriere nun noch einmal im Rampenlicht nachspielte. Dem PR selbst im Urlaub in der Karibik vor die Sehnsucht der Tochter nach etwas Privatheit geht. Der seine Tochter zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht in den Entzug schickte, weil es strategisch dumm gewesen wäre. " (Ulrich Kriest)

"
Die schönsten Momente im Film sind aber immer wieder diejenigen, die sie bei der Arbeit zeigen: Bei Liveauftritten im Studio mit ihrem Helden Tony Bennett oder beim Warten auf die Grammy-Entscheidungen. Hier vermittelt sich vor allem eins: Ihre Leidenschaft für Musik, die im ganzen Irrsinn am Ende ihres Lebens in den Hintergrund getreten ist." (taz)

Hartwig Tegeler auf dradio.de (zum hören)

rehab (deutsche Übersetzung)

offizielle Seite

 


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