Lebenszeichen

(BRD1967/ 1968) Regie: Werner Herzog, Darsteller: Peter Brogle, Wolfgang Reichmann, Wolfgang von Ungern- Sternberg, Wolfgang Stumpf.



ab  Jahre
ca. 87 min.



Sonntagsmatinée :

"Lebenszeichen" ist der erste Spielfilm von Werner Herzog!

"Lebenszeichen" spielt 1942 auf der griechischen Insel Kos. "Unbehelligt, fast wie ein Urlauber" soll sich der Fallschirmjäger Stroszek hier nach einem Lazarettaufenthalt erholen. Mit seiner griechischen Frau Nora und seinen zwei Kameraden Meinhard und Becker muss er das Munitionsdepot in einem Kastell am Hafen des Inselstädtchens bewachen. Lange geschieht nichts. Bis Stroszek plötzlich alle vom Kastell verjagt, sich verbarrikadiert und der Welt um sich den Krieg erklärt.

1968 gibt Werner Herzog der Welt des Spielfilms ein erstes Lebenszeichen. Sein gleichnamiger Film erscheint, nachdem er ein Jahr zuvor bereits mit „Letzte Worte“ und „Beispiellose Verteidigung der Festung Deutschkreuz“ zwei Kurzfilme veröffentlicht hat. Beide Kurzfilme führen Motive ein, die Herzog in „Lebenszeichen“ und auch im darauffolgenden Kurzfilm „Maßnahmen gegen Fanatiker“ wieder aufnimmt und ausbaut: In „Letzte Worte“ wird die Existenz eines Mannes dokumentiert, der der beste Lyra-Spieler von Kreta ist, aber als Außenseiter lebt, nicht mehr spricht, sich nur noch musizierend mitteilt – während alle um ihn herum damit beschäftigt sind zu erklären, was mit ihm geschehen sein könnte. „Beispiellose Verteidung der Festung Deutschkreuz“ erzählt die Geschichte vierer Männer, die in ein verfallenes Schloss eindringen, dort Armeeuniformen und Waffen finden und das Schloss nun gegen Eindringlinge verteidigen, die gar nicht existieren.

Werner Herzog wurde für sein Spielfilmdebüt "Lebenszeichen" mit dem Silbernen Bären für den Besten Erstlingsfilm auf der Berlinale 1968 ausgezeichnet.

Die digitale Aufarbeitung des Films ist grandios: Nur selten kann man ein so klares und kontrastreiches Schwarzweißbild bewundern, wie in dieser Veröffentlichung. Die Atmosphäre der griechischen Insel kommt erst in den harten Licht-Schatten-Kontrasten richtig zur Geltung. Tadellose Tonwiedergabe transportiert die Melancholie aus Stavros Xarhakos' Soundtrack und bildet im Verein mit dem Bild ein synästhetisches Gesamtkunstwerk.

Der Kommentar von Werner Herzog bietet im Anschluss für Interessierte die Möglichkeit, mehr über den Film, seine Entstehungsgeschichte, Drehorte usw. zu erfahren.

 


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