Dancer in the dark

Dänemark/Schweden/Frankreich 2000 - von Lars von Trier - mit Björk, Catherine Deneuve, Jean-Marc Barr - Verleih: Constantin - ab zwölf Jahren - 139 Minuten

Der Film und sein Inhalt
 
Zwei Dinge liebt Selma (Björk) über alles: amerikanische Musicals und ihren kleinen Sohn. Die Musik erleichtert ihr die harte Arbeit in der Fabrik und bringt Leben in ihre Welt, aus der langsam das Licht schwindet. Denn Selma hat ein trauriges Geheimnis: Sie wird blind. Um ihren Sohn vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, spart sie sich für dessen Operation das Geld von Munde ab. Doch dann stiehlt ein verschuldeter Nachbar in seiner Verzweiflung Selmas Vermögen und löst damit eine Kette unglücklicher Ereignisse aus, die Selma schließlich in eine aussichtslose Situation treiben.

Der Regisseur und sein Werk

Lars von Trier ist sowohl berühmt für seine Dogma Filme als auch für seinen preisgekr–nten Kritiker-Erfolg ´Breaking the Wavesª.
In "Dancer In the Dark", einem ebenso faszinierenden wie anrührenden Film, spielen Björk und Catherine Deneuve die Hauptrolle. Das Werk wurde bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und Björk erhielt den Preis für die Beste Darstellerin.
Wie macht der Mann das nur? Seit 16 Jahren gelingt es Lars von Trier mit jedem seiner Filme immer wieder aufs Neue zu überraschen, und doch gleichzeitig ein unverwechselbares Trier-Werk vorzulegen. Als der dänische Regisseur nach seinem Dogma-Film "Idioten" ankündigte, dass sein nächster Film ein Musical sein würde, schien das die konsequente Gegenreaktion zum Keuschheitsgelübde der Dogmatiker: aus der harschen Realität ausbrechen, um sich von der luxuriösen Künstlichkeit des klassischen Musicals mitreißen zu lassen! 

Die Kritiker und ihre Meinung

"..Dancer in the Dark ist ein Musical und ein Melodram, ein Krimi und eine Liebesgeschichte, und außerdem noch ein Plädoyer gegen die Todestrafe, in dem ein entferntes Echo von Kieslowskis "Ein Kurzer Film über das Töten" nachklingt. Er ist auf berückende Weise beschwingt und leicht, aber auch auf bestürzende Weise bleischwer und verstörend, und ähnelt in dieser unausweichlich intensiven Widersprüchlichkeit seiner Hauptdarstellerin. Und wenn man die Sängerin Björk, die die Musicalssongs komponiert und mit ihrer magischen Sirenenstimme und ihrem isländisch rollenden Akzent natürlich auch selbst interpretiert hat, bei den Filmfestspielen in Cannes sah, mit ihren strähnig wirren Haaren, ihrem dicken schwarzen Lidstrich und einer Zunge, die sie angesichts der Goldenen Palme herausstreckte wie ein aufgeregtes Kind, dann war sie zugleich ein Star, der alle Blicke magnetisch auf sich zog und ein einfaches, scheues Mädchen, dem das alles unglaublich unheimlich ist. Wenn sie sagt, dass sie nie wieder spielen wolle, muss man ihr das leider glauben. "Die Dreharbeiten führten mich zu weit in die Welt der Worte, zu weit weg von der Welt der Musik." 

Anke Sterneborg


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