Die Schlösser aus Sand

(Frankreich 2015) Regie: Olivier Jahan, mit Emma de Caunes, Yannick Renier, Jeanne Rosa. (102 Minuten)

 
ab  Jahre
ca. 102  min.

„Die Schlösser aus Sand“ - Abschied in der Bretagne.

Fünf Jahre lang waren Éléonore und Samuel ein Paar. Sie arbeitet als Fotografin, er als Geschichtslehrer. Nach einer Affäre Éléonores trennen sie sich. Dann stirbt Élénores Vater, er hinterlässt seiner Tochter ein Haus in der Bretagne. Das will Éléonore verkaufen, und so bittet sie ihren Ex-Freund um Hilfe. Viele gemeinsame Erinnerungen sind mit dem Haus verknüpft. In der ländlichen Abgeschiedenheit müssen Éléonore und Samuel drei Tage miteinander auskommen, dabei merken sie, dass jeder für den anderen noch starke Gefühle empfindet.

Vor der Tür steht unausgepackt die letzte Weinlieferung des Vaters, vor einem Monat bestellt, was für eine melodramatische Kartonage! Der Empfänger sitzt wie selbstverständlich plötzlich am Strand und spricht mit seiner Tochter: Das ist der schöne Realismus des Kinos, denn natürlich reden wir mit unseren Toten und diese mit uns.

Wunderbar störend drängt sich immer wieder die Immobilienmaklerin Claire (Jeanne Rosa) ins Bild, die sich in Ermangelung eines eigenen, mehr für die Leben ihrer Klienten interessiert. Aber die sprechen, was sie dem anderen nicht eingestehen können (und kaum sich selbst), lieber direkt in die Kamera. Das Publikum wird zum Mitwisser der Seelen, ein originelles Spiel von Nähe und Distanz entsteht.

Kerstin Decker schrieb im tagesspiegel: "Es geschieht nicht oft, dass das Wissen um die Biografie eines Filmemachers die Sicht auf sein Werk ändert. „Die Schlösser aus Sand“ ist Olivier Jahans erstes größeres Stück Kino seit 15 Jahren. Der Vorgänger hieß „Tut so, als wäre ich gar nicht da“. Das Publikum zeigte sich dem Titel verpflichtet, keinen einzigen Franc habe er an der Kinokasse eingespielt, gestand der Regisseur beherzt. „Die Schlösser aus Sand“ kommt also wie ein großes 'Trotzdem' ins Kino," und es hat sich gelohnt: Sehenswert!




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