Le bonheur

(Frankreich 1965)

Le bonheur

ab - Jahre
ca. 90  Min.


Mit "Le bonheur" (Frankreich 1965) oder "Glück aus dem Blickwinkel des Mannes" drehte Agnès Varda ein doppelbödiges Drama in irritierend fröhlichen Farben. Das zur "Nouvelle Vague" zählende Werk besticht vor allem durch seine vielseitigen Interpretationsmöglichkeiten und gewann bei der Berlinale 1965 den silbernen Bären.

Vardas Film erzählt von François, der rundum glücklich ist – er lebt in einer beschaulichen Kleinstadt, ist zufrieden mit seiner Arbeit als Tischler und genießt das Leben mit einer liebenden Ehefrau und zwei süßen Kleinkindern. Selbst als François sich in eine Postangestellte verguckt und eine Affäre eingeht, entstehen keinerlei Probleme. Er meistert seine Rolle als Ehemann und Vater weiterhin mit großer Zuneigung, ohne die aufrichtigen Gefühle für seine Geliebte zu verlieren.

Alle Figuren sind mit sich im Reinen und nett zueinander, die Sonne scheint, die Blumen blühen. Eine clevere Besetzungsidee trägt zur idyllischen Ausstrahlung bei: Varda engagierte nicht nur den TV-Darsteller Jean-Claude Drouot, sondern auch dessen Frau und Kinder, die Familie des Films fußt also auf einer realen Grundlage.

Im Original heißt Vardas Werk schlicht "Le Bonheur", „Das Glück“; der deutsche Filmtitel "Glück aus dem Blickwinkel des Mannes" stellt das Geschehen von vorneherein infrage.

Wer Vardas Film oberflächlich betrachtet, könnte ihn als vollkommen positiv missverstehen; als eine Proklamation, die das utopische Bild einer offenen Partnerschaft ("Freie Liebe") zeichnet und damit eine oppositionelle Haltung zum reaktionären Familienbild der De Gaulle-Ära einnimmt. Der Film manipuliert uns, indem er das Geschehen durch die subjektive Wahrnehmung des Protagonisten filtert – wir sehen nie das gesamte Bild, sondern lediglich die Welt des so glücklichen wie blinden François.

Der Reiz von Vardas Werk besteht darin, dass die Regisseurin ihre Intention nicht ausformuliert, sondern uns bis zum Abspann zweifeln lässt. Glück aus dem Blickwinkel des Mannes fußt auf einer paradoxen Perspektivwahl: Es handelt sich um einen feministischen Film aus Sicht eines Mannes. Die rosarote Welt des Protagonisten verhöhnt die Bedürfnisse der beiden Frauen regelrecht. Wie absurd François‘ Wahrnehmung ist, stellt spätestens die letzte Szene heraus, in der sich ein Kreis schließt und der Beginn des Films wiederholt wird. Varda offenbart hier endgültig, dass es sich um eine sardonische Parabel handelt.

 

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