Dene wos guet geit

Ein Film von Cyril Schäublin.

 

ab - Jahre
 ca. 71 Min.

Auf dutzenden Festivals lief Cyril Schäublins Debütfilm schon, nun kommt der Erfolgsfilm doch noch in die deutschen Kinos!

In ausgewählten Kinos ist der Überraschungs- und Diskussionsfilm "Dene wos guet geit" zu sehen, jetzt auch in der Kinowerkstatt, immer am Montag um 18 Uhr. Ein Film von Cyril Schäublin.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass es in ganz normalen Gesprächen und Alltagsdialogen zwischen Freunden, Kollegen oder Partnern meist um Geld in irgendeiner Form geht? Achten Sie mal darauf, welch überproportional großen Teil unserer Zeit, Energie und Denkleistung wir darauf verwenden, Preise zu vergleichen, irgendetwas (Internettarife) günstiger zu bekommen, nicht übervorteilt zu werden, das Kleingedruckte zu lesen, im richtigen Moment zu buchen, eine billigere Tankstelle zu finden – und uns darüber mit anderen auszutauschen.
Die umfassende Ökonomisierung der Gesellschaft hat längst die Sphären der Wirtschaft verlassen und alle Lebensbereiche und unseren Alltag bis in die letzte Faser durchdrungen. Die thematische Verengung der zwischenmenschlichen Kommunikation ist eine Folge davon. Aber was soll’s, uns geht’s gut! Weshalb der junge Schweizer Regisseur Cyril Schäublin seinen Film über die neoliberale Zurichtung des Menschen auch Dene wos guet geit nennt. Was natürlich ironisch gemeint ist, denn seiner Diagnose zufolge leben wir in einer zutiefst kranken Gesellschaft. Die Omnipräsenz des Geldes ist nur ein Symptom dieser Krankheit.

Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich. Sie verkauft Internet- und Krankenkassenangebote an Unbekannte am anderen Ende der Leitung. Nach der Arbeit geht sie durch die Stadt, in welcher alles reibungslos zu funktionieren scheint. Inspiriert von ihrem Job ruft sie alleinstehende Grossmütter an und täuscht ihnen vor, sie sei ihre Enkelin in Geldnot. Während sie mit diesem Trick schnell ein Vermögen verdient, erkundet der Film Orte und Menschen in Zürich, welche alle auf seltsame Weise mit der Tat von Alice in Verbindung stehen.

Wichtiger als die reine Handlung ist dem Regisseur die Erkundung von Orten und Menschen, die alle auf irgendeine Weise mit Alice in Verbindung stehen. Der Film spielt in Zürich, sozusagen der Hauptstadt des großen Geldes. Bei Schäublin ist sie ein kalter und zugiger Ort, Ausdruck des Unbehaustseins in einer gefrorenen, vermittelten Welt. Ein Großteil des Geschehens findet im öffentlichen Raum statt, die handelnden Figuren agieren auf Verkehrsinseln, in sterilen Parkanlagen, an Bankschaltern oder vor schmucklosen Betonfassaden. Die Kamera von Silvan Hillmann filmt die Protagonisten häufig mit einem Teleobjektiv aus weiter Entfernung. Durch diesen optischen Effekt verschmelzen sie mit dem sie umgebenden Stadtraum und werden Teil eines urbanen Konzepts, das in seiner kalten Rationalität nicht für Menschen gemacht zu sein scheint.

So ganz ohne Hoffnungsschimmer entlässt der Film uns dann doch nicht, auch wenn dieser nur auf der kleinen Geste eines Callcenter-Mitarbeiters beruht, der einem potenziellen Opfer aufgrund von dessen Alter am Ende doch vom Wechsel der Krankenkasse abrät und damit seine Provision aufs Spiel setzt.

Wir sollten unser Dasein als willenlose Konsumenten beenden, zeigt „Dene wos guet geit“ auf beklemmende Weise.

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