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16.12.2011

New York: Regiepreis für Dokumentarfilm "Das geht nur langsam"!

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Leo Kornbrust und Gabi Heleen Bollinger stiegen auch auf das Empire-State-Building.

Das Leben ist das beste Drehbuch

Gabi Heleen Bollingers Dokumentarfilm "Das geht nur langsam" über das Skulpturenprojekt "Straße des Friedens" des St. Wendeler Bildhauers Leo Kornbrust hat beim New Yorker International Independent Film & Video Festival einen Regiepreis und einen Preis für die beste biografische Recherche gewonnen. SZ-Redakteurin Melanie Mai unterhielt sich mit der saarländischen Regisseurin über diesen Erfolg.

Die Jury in New York hat "Das geht nur langsam" gleich doppelt ausgezeichnet. Sie bekamen den ersten Preis für die beste Regie, außerdem gab es den ersten Preis für die beste biografische Recherche. Wie bewerten Sie diese Auszeichnungen?

Gabi Heleen Bollinger: Bewerten kann ich diese Auszeichnung selbstverständlich nicht, da ich ja kein Mitglied der Jury bin. Aber eins steht fest: "Das geht nur langsam" - beziehungsweise "it takes time" - ist für mich ein sehr wichtiger Film. Ich liebe diesen Film - auch ohne Preis, trotzdem bin ich stolz auf die Auszeichnungen. Und ich bin froh: Gerade weil man in New York auch meine Recherche zum Schicksal Freundlichs notiert hat, die ja auch Neues für die Kunstgeschichte brachte.

Wieviele Filme wurden bewertet?

Bollinger: Da muss ich schätzen - in drei Kinos nachmittags drei Dokumentar-Filme, am Abend drei Spielfilme, das wären 18 am Tag, mal sechs Tage Festival, das wären dann etwa 108 Filme.

Welche Auswirkungen haben diese Auszeichnungen nun auf den Film und auf Ihre weitere Arbeit?

Bollinger: Das müssen wir abwarten. Aber: Die kleine Feierstunde bei Leo mit echtem Champagner war schon ganz gut.

Sie haben in New York viele Kontakte geknüpft. Welche waren denn die wichtigsten für Sie?

Bollinger: Auszug aus meinem Reisetagebuch: In der 16. Straße, am Rande von Greenwich Village besuchen wir Dr. Frank Mecklenburg, Direktor des Leo-Baeck-Insituts. Wir sind gekommen, für unseren Film Reklame zu machen. Das klingt für den Direktor Frank Mecklenburg beruhigend, denn viel Geld stehe auch dem Leo-Baeck-Insitut nicht zur Verfügung. Deutsches Judentum und die Forschung darüber, haben in den USA überhaupt keine Lobby. Er müsse sich auch finanzielle Unterstützung aus Europa holen. Aber, er werde für diesen Film über Otto Freundlich und die Straße des Friedens sehr gerne Reklame machen. Das Insitut bewahrt sogar Freundlich-Briefe aus seiner Zeit in Berlin auf. Wir verabschieden uns mit der Aussicht auf weitere Filmvorführungen in den Staaten und fahren schon in Eile zum Opening Event des Filmfestivals in der 10. Straße. Ohne den roten Teppich geht es wohl nicht. Wir schmunzeln. Im Club wimmelt es von Filmleuten, junge und ältere. Unter vielen anderen lerne ich Lilly Rivlin aus NYC kennen. Sie arbeitet autonom wie ich, handmade films, Recherche, Buch, Regie, Produktion, alles in einer Hand. Nicht nur Lilly, auch andere US-Filmleute loben das Festival und unser Festivalkino im Greenwich Village, das "Quad Cinema". Es sei in der Stadt als Art House bekannt, zeige die besonderen Filme. Wir erfahren, dass Filmemacher in den Staaten für die Filmvorführung zwischen 1000 und 2000 Dollar dem Programmkino zahlen müssen. Deswegen sind alle beglückt, denn hier wird ihr Film gratis vorgeführt, und sie fragen mich, wie viel Geld ich schon mit "it takes time" verdient hätte. Jeder Filmemacher hat einen kleinen Informationsstand aufgebaut, Stefan und ich verteilen Reklamepostkarten für "it takes time", Besucher passieren, bleiben stehen, stellen Fragen. Es scheint, dass europäische Geschichte, speziell die Zeit des Nationalsozialismus hier auf Interesse stößt. Viele versprechen, ins Kino zu kommen. Die meisten haben Wort gehalten. Gegen Mitternacht werden die Preisträger vom letzten Festival gelobt.

Gab es noch ein besonderes Erlebnis?

Bollinger: Bei der Filmvorführung kam ein älterer Herr ins Kino - ich stehe am Eingang, weil ich die Vizekonsulin des deutschen Generalkonsulates erwartete. Dieser ältere Mann sprach mich an. Er sagte, er freue sich ganz besonders auf diesen Film in diesem Kino. Und stellte sich vor: Gerhard Salinger. Da war ich sprachlos. Gerhard Salinger ist ein alter Stolper Jude, er hat überlebt, ging nach Amerika und schrieb dort "Die Geschichte der Stolper Juden" - diese Sache hatte ich natürlich im Zuge meiner Freundlich-Recherche gelesen. Das sind Zufälle. So schreibt das Leben immer wieder das beste Drehbuch.


SZ-Beitrag vom: 14.12.2011, 00:06




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