Rambo - First Blood

(USA 1982, Regie: Ted Kotcheff) mit Sylvester Stallone, Richard Crenna, Brian Dennehy, David Caruso, Bill McKinney, Jack Starrett, Michael Talbott, Chris Mulkey, John McLiam, Alf Humphreys, David L. Crowley, Don MacKay, Charles A. Tamburro

In seinem Roman ‚First Blood' erschuf David Morrell die Figur Rambo, die auch im Film ein gebrochener Kriegsheld ist und glaubwürdig von Sylvester Stallone auf der Leinwand zum Leben erweckt wird. Der Aspekt des enttäuschten Heimkehrers, der in eine Ecke gedrängt wird und sich wehrt wird dabei nicht wie in den Folgefilmen von Actionszenen erdrückt sondern zieht sich bis zum Ende hin, was den Film auch deutlich von zahlreichen, vor patriotischer Stimmung nur so triefenden Actionstreifen abhebt.
John Rambo ist in einem öden Provinznest auf der Suche nach einem Kriegskamerad, mit dem zusammen er in Vietnam in einer Spezialeinheit gewesen war. Aber sein Freund ist bereits an den Folgen des Kriegs gestorben: Ein Opfer des "Agent Orange", der chemischen Waffe, der auch die amerikanischen Truppen im Dschungelkrieg ausgesetzt waren. Die Polizei hält den hochdekorierten Vietnam-Veteranen Rambo für einen Landstreicher und nimmt ihn fest. Polizeichef Teasle ahnt nicht, dass er damit eine Lawine ins Rollen bringt: wegen der rüden "Behandlungsmethoden" wird er wieder an die Qualen erinnert, die er während seiner Gefangenschaft im Vietnamkrieg erleben musste. Irgendwann wird es ihm zuviel: Rambo sieht rot und büchst aus.. In einer atemberaubenden Aktion flieht Rambo aus dem kleinen Ortsgefängnis, stiehlt ein Motorrad und rast in Richtung der nahegelegenen Berge. Dort angekommen, ist Rambo in seinem Element, dem Guerillakrieg. Er flieht in die Wälder, wo ihn Teasle und seine Männer mit allem, was sie haben, verfolgen. Mit einem simplen Stein "katapultiert" Rambo einen Hilfssheriff aus einem Hubschrauber und bemächtigt sich seines Gewehres. Von da an leistet der Vietnamveteran Rambo, der für seine Verdienste die Tapferkeitsmedaille erhielt, bewaffneten Widerstand...
Auch Colonel Trautman, Rambos früherer Vorgesetzter, kann die beiden Männer nicht von ihrem Kampf auf Leben und Tod abhalten...

"First Blood", so der Originaltitel des Films, bedeutet so viel wie das erste Blut zu vergießen, oder einen Kampf zu beginnen. Der gleichnamige Roman wurde bereits 1972 von Autor David Morrell verfasst. Sein Roman handelt von einem Vietnam-Heimkehrer, der in einer amerikanischen Kleinstadt an einen Sheriff gerät. In der Romanvorlage wird John Rambo jedoch wesentlich brutaler dargestellt, er ist ein mordender Flüchtling. Der Film hingegen zeigt ihn nicht so grausam. Daran hat unter anderem auch Sylvester Stallone Anteil, der das Drehbuch mitverfasste und in dieser Hinsicht entschärfte. Am Ende des Romans stirbt Rambo und dieses Ende war ursprünglich auch für den Film vorgesehen. Alternativ wurde allerdings ein Ende gedreht, in dem der Hauptprotagonist überlebt, ein Ende, das nach Protesten des Testpublikums schließlich zum Einsatz kam. So war auch der Weg für weitere Fortsetzungen frei.

Für die Umsetzung des Films war Regisseur Ted Kotcheff verantwortlich, dem dafür ein Budget von rund 15 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt wurde. Kotcheff arbeitete bereits 1976 erstmals an einer Umsetzung des Romans, allerdings hielten die Filmstudios das amerikanische Publikum zu dieser Zeit noch nicht bereit für einen Film, der den Vietnamkrieg thematisiert. Der Regisseur beweist in den vielen Actionsequenzen sein Können. Neben unzähligen Explosionen zählt ein Sprung Rambos von einer Felsklippe in einen nahen Baum zu den Highlights des Films. Gedreht wurde dieser in einem Ort namens Hope in British Columbia, Kanada. Noch heute werden dort Führungen an die Rambo-Drehorte angeboten. Neben der gut gemachten Action übt der Film auch Kritik an der amerikanische Gesellschaft. Zum einen zeigt er, wie schwer es für Veteranen ist, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen und zum anderen wird durch die Figur Rambo geschildert, wie sehr die zurückgekehrten Soldaten von der Gesellschaft für ihre Taten verachtet werden, obwohl sie von ihrer Regierung dazu gezwungen wurden und lediglich Befehle ausführten. Dank dieser Mischung aus einer guten Story und guter Action gelang es dem Film weltweit mehr als 125 Millionen US-Dollar einzuspielen.

John J. Rambo wurde am 06. Juli 1947 in Bowie Arizona als Sohn indianisch-deutscher Eltern geboren. Am 06. August 1964 trat er in die Army ein. Er erhielt eine Spezialausbildung und ist Mitglied der Eliteeinheit "Green Berets". Zudem wurde er auch medizinisch geschult, lernte Helikopter zu fliegen und wurde in Fremdsprachen ausgebildet. Aus dem Vietnamkrieg liegen 59 bestätigte Tötungen vor. Er erhielt für seine Leistungen zwei Silver Stars, zwei Bronzene, vier Purple Hearts, das Distinguished Service Cross und die Congressional Medal of Honor. Vom Militär fallen gelassen ist dieser hoch dekorierte Soldat in seiner Heimat ein Niemand und wird von seinen Landsleuten sogar als Mörder verachtet, er, ein Mann, der stets nur Befehle ausführte und seinem Land diente. Er fristet ein kümmerliches Dasein am Rande der Gesellschaft, streift mit einem Seesack quer durchs Land und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben. Zudem wird er ständig von bösen Erinnerungen aus dem Krieg verfolgt. Als er von den Polizisten gequält wird, fällt er in seine alten Verhaltensmuster zurück und wird wieder zu dem Einzelkämpfer, der er einst im Dschungel von Vietnam war… und er war der Beste. Doch diesmal ist er zunächst nicht der Jäger, sondern der Gejagte. Im Glauben im Recht zu sein und sich lediglich zu verteidigen, dreht er den Spieß jedoch um… "They do first blood!" Gespielt wird diese muskelbepackte Ein-Mann-Killermaschine von Sylvester Stallone, der zuvor bereits mit seinen "Rocky" Filmen in Hollywood für Furore sorgte. Die Rolle des wortkargen Elitekämpfers scheint Stallone dabei wie auf den Leib geschrieben zu sein – kaum vorstellbar, dass der Part zunächst John Travolta oder auch Dustin Hoffman angeboten wurde. Letzterer lehnte die Rolle jedoch ab, da sie ihm zu brutal erschien. Stallone weiß darin hingegen sehr zu überzeugen, auch in den Szenen, in denen er von schlimmen Kriegserinnerungen heimgesucht wird, wirkt er sehr glaubwürdig. In Vorbereitung auf den Film absolvierte er ein Nahkampf- und Überlebenstraining. Zudem führt er viele seiner Stunts selbst aus, wobei er sich unter anderem drei Rippen brach. Neben 'Rocky Balboa' ist John Rambo sicherlich DIE Rolle des Sylvester Stallone. Kein Wunder, dass er sich bei seinem Kino-Comeback ausgerechnet auf diese beiden Figuren besann. Rambo selbst sollte zu einer der Action-Ikonen der 1980er und 90er Jahre avancieren – Sylvester Stallone zu einem der Actionstars dieser Epoche. Die Filme zählen heutzutage zu den Klassikern des Genres. Der Begriff  "Rambo" wurde sogar in den Duden aufgenommen. Allerdings steht die Bezeichnung für einen rohen gewalttätigen Kerl und ist somit eigentlich nicht zutreffend, da die Figur zunächst wesentlich vielschichtiger aufgebaut ist. Im zweiten und dritten Teil ist diese Bezeichnung schon eher zutreffend.

Als Rambo gegen Ende des Films von seinem ehemaligen Vorgesetzten Trautman eindringlich gebeten wird, nicht so zu enden (nämlich im Kugelhagel von Polizei und Nationalgarde), sondern aufzugeben, fängt Rambo plötzlich an zu reden. Er beklagt sich über die Menschen, die bei seiner Rückkehr gegen ihn demonstriert und ihn als Mörder von Frauen und Kindern hingestellt hätten: „Wer sind die denn? Niemand von denen war da draußen in diesem Dschungel. Sie wussten gar nicht, worum es geht!” Und: „Mir bedeutet das Zivilleben gar nichts. Im Krieg, da hatten wir einen Ehrenkodex: Du deckst meinen Arsch und ich decke deinen. Aber hier gibt’s so was nicht.“ Schließlich: „Da drüben flog ich einen Hubschrauber oder ich bin Panzer gefahren. Ich war verantwortlich für eine Million Dollar Ausrüstung. Und hier krieg ich nicht mal einen Job als Parkwächter!”


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