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Eine wahre Geschichte – The Straight Story (nur im Kino)

Land: Frankreich, UK, USA | Jahr: 1999 | ca. 111 Minuten | FSK: ab 6 Jahre

Regie: David Lynch, Drehbuch: John Roach, Mary Sweeney, Premiere: 21. Mai 1999 (Cannes Film Festival, Frankreich) mit Richard Farnsworth (Alvin Straight), Sissy Spacek (Rose Straight), Everett McGill (Tom), John Farley (Thorvald Olsen), Kevin P. Farley (Harold Olsen), Harry Dean Stanton (Lyle Straight), Jane Heitz (Dorothy), Joseph A. Carpenter (Bud), Donald Wieggert (Sig), Tracey Maloney (Krankenschwester), Dan Flannery (Doktor Gibbons), Jennifer Edwards-Hughes (Brenda), Ed Grennan (Pete), Jack Walsh (Apple), Gil Pearson (Busfahrer)

Als der 73jährige Alvin Straight erfährt, dass sein über 500 Kilometer entfernt lebender Bruder Lyle einen Schlaganfall hatte, tritt er mit einem fahrbaren Rasenmäher die Reise zu ihm an. Die mehrwöchige Tour ist gespickt von Hindernissen und Begegnungen, die Straights Leben verändern.
Ein umwerfender Richard Farnsworth spielt Alvin Straight, einen dickköpfigen Rentner, der schon zu viel durchgemacht hat, um sich um die unwichtigen Dinge des Lebens zu kümmern. Zusammen mit seiner Tochter Rose, dargestellt von Sissy Spacek, wohnt er im verschlafenen Nest Laurens in Iowa, wo ihn eines Tages die Nachricht erreicht, dass sein Bruder, mit dem er seit zehn Jahren im Streit liegt und kein Wort mehr gewechselt hat, einen Schlaganfall hatte. Wachgerüttelt von dieser Meldung, möchte er ihn wieder besuchen, um die Differenzen beizulegen. Problem: Bruder Lyle wohnt in einem ganz anderen Staat und Alvin hat weder einen Führerschein, noch Lust auf jemanden angewiesen zu sein, um dort hin zu gelangen. Lösung: Ein fahrbarer Rasenmäher muss als außergewöhnliches Transportmittel herhalten.

Die Landschaftsaufnahmen sind ein wahrer Genuss. Seien es nun Farmlandschaften und windgezeichnete Kornfelder, die bis zum Horizont reichen, eine Großaufnahme von Richard Farnsworth' Gesicht, in dem man Emotionen lesen kann wie aus einem Buch, oder einfach ein Sternenhimmel, Lynch dreht vor allem für's Auge und für's Herz, nicht für den Verstand, und das macht er außerordentlich gut.

Der Film gehört wohl zu David Lynchs am wenigsten diskutierten Werken. Es ist ein Roadmovie, das im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen von David Lynch fast keine erzählerischen Brüche aufweist und in sehr langsamem Tempo gehalten ist. David Lynch nannte The Straight Story dagegen mehrfach, vielleicht scherzhaft, in Interviews seinen „experimentellsten Film“. Der Titel des Films benutzt Straight in doppelter Bedeutung, einerseits als englischen Ausdruck für geradlinig, andererseits als den Nachnamen der Hauptfigur.

"Die Filmmusik wurde wie bereits bei vorherigen Filmen unter Lynchs Regie von Angelo Badalamenti komponiert, der aber der anstelle für ihn eher typischen Synthie- oder Experimentalmusik vor allem auf die im Mittleren Westen beliebte Country-Musik in Verbindung mit klassischen Musikthemen setzte." (Wikipedia)

Der US-Kritiker Roger Ebert, zuvor meist negativ gegenüber Lynchs Filmen eingestellt, gab ihm die Höchstwertung von vier Sternen.

„So straight und anrührend, daß der Film in den USA von Walt Disney in den Verleih genommen wurde […] eine Selbstrevision […] Selbst wenn man den Film auf diese Weise sieht, bleibt er verstörend schön. […] Alvins Reise in den Tod vermittelt manchmal pures Glück. Aber von dem, was er zurückläßt, geht kaum ein Trost aus. […] Zu einer solchen Einfachheit in der Darstellung der menschlichen Tragödie und ihrer Komödie kommt man nicht auf geradem Weg.“ (Georg Seeßlen)

Trailer

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