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Sonnenallee (jederzeit online)

Land: Deutschland | Jahr: 1999 | ca. 101 Minuten | FSK: ab 12 Jahre

R: Leander Haußmann, B: Thomas Brussig, Leander Haußmann, Vor: Thomas Brussig, P: Claus Boje, Detlev Buck K: Peter Krause Sch: Sandy Saffeels M: Stephen Keusch, Paul Lemp, Einstürzende Neubauten A: Lothar Holler, Uli Christian, Utz Neumann mit Alexander Scheer, Alexander Beyer, Robert Stadlober, Teresa Weißbach, Detlev Buck, Katharina Thalbach, Henry Hübchen, Elena Meißner, David Müller, Ignaz Kirchner

Die DDR in den 70er-Jahren. Micha Ehrenreich wohnt in einer Straße, deren längeres Ende im Westen und deren kürzeres Ende im Osten liegt: die Sonnenallee. Micha ist 17, er liebt Pop-Musik und Coca Cola. Sein Berufsziel ist es, Pop-Star zu werden und darum kleidet er sich für den Abschnittsbevollmächtigten eine Spur zu modisch. Das Wichtigste für Micha ist aber Miriam. Micha legt ihr sein Leben zu Füßen und lernt dabei, es in die eigene Hand zu nehmen.

"...mögen auch die ganzen Kalauer über den Multifunktionstisch und die anderen Scheußlichkeiten der deutschen demokratischen Inneneinrichtung bis zur Kaffeedose mit der Asche des West-Onkels Heinz abgedroschen und verbraucht sein, mag das »Tumbleweed«, das durch die Sonnenallee treibt, als wäre Ostberlin ein Western-Kaff, nur zum albernen Gag taugen – Haußmann verwendet die Mittel der Klamotte mit List und Intelligenz. Aus der Sicht seines Films war eben die ganze DDR eine einzige, ebenso böse wie lächerliche deutsche Klamotte. Im Nachhinein hat der Gedanke etwas Verführerisches – nicht nur für die Generation, von der »Sonnenallee« erzählt.

"Die glaubwürdige, nie bloß denunziatorische Schilderung dieser Mischung aus aktivem Opportunismus und passivem Widerstand gehört zu den unauffälligen Vorzügen von »Sonnenallee«. Für Haußmann und Brussig führt diese Situation nicht zum Melodram, sondern zur Komödie, die unbekümmert auf die Methoden der Klamotte zurückgreift. Der Vorteil dieser Haltung ist die ironische Gelassenheit, mit der Regisseur und Autor von der DDR erzählen und sich einen Jux daraus machen.

Dieses Prinzip funktioniert deshalb so plausibel, weil Haußmann klug genug ist, seine Geschichte aus der Perspektive von Jugendlichen am Ende ihrer Pubertät zu erzählen. Micha und seine Freunde haben vor allem Mädchen im Sinn, sind aber noch zu ungeschickt, um sie erfolgreich anzumachen und folglich darauf angewiesen, dass die Girls die Sache in die Hand nehmen. " (Hans Günther Pflaum in epdfilm)

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