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In einem Land, das es nicht mehr gibt (nur im Kino)

Land: Deustchland | Jahr: 2022 | ca. 100 Minuten | FSK: ab 12 Jahre

R: Aelrun Goette, B: Aelrun Goette, P: Tanja Ziegler, Susa Kusche, Peter Eiff, Timm Oberwelland, Theodor Gringel, Christopher Fisser, Charlie Woebcken, K: Benedict Neuenfels, Sch: Julia Karg, M: Boris Bojadzhiev, A: Silke Buhr

So glamourös war die DDR?

Seit dem Mauerfall sind Dutzende Filme über die DDR entstanden, aber noch keiner, der so aussah: Eine junge Frau sitzt im Frühsommer 1989 in einem Garten in Ost-Berlin; die Sonne scheint, die kleine Schwester tanzt, und die junge Frau träumt über einem Buch davon, Schriftstellerin zu werden.
Schönheit, Ästhetik und Mode-Avantgarde in Ost-Berlin: Aelrun Goette zeigt in ihrem Film „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ eine völlig andere DDR. Es geht um Mut, um Freiheit und die Farben des Alltags.

Ostberlin, 1989: Kurz vor dem Abitur fliegt Suzie (Marlene Burow) von der Schule und muss sich im Kabelwerk Oberspree als Arbeiterin bewähren. Ein zufälliges Foto in der Straßenbahn früh um halb fünf öffnet ihr die Tür in die glamouröse Welt der Mode von VHB Exquisit. Sie landet auf dem Cover des Modejournals Sibylle, der „Vogue des Ostens“, und Chefredakteurin Elsa Wilbrodt (Claudia Michelsen) eröffnet ihr so eine Chance, dem sozialistischen Fabrikalltag vielleicht doch noch zu entkommen. Suzie taucht ein in die schillernde Subkultur des Ostberliner Undergrounds, wo der schwule Rudi (Sabin Tambrea) und seine Freunde mit leidenschaftlicher Fantasie ihre eigene Mode aus Duschvorhängen und sonstigem verfügbaren Material erfinden. Sie verliebt sich in den rebellischen Fotografen Coyote (David Schütter), dessen Bilder alle verzaubern, aber trotzdem nicht gedruckt werden. Auf seiner „Indian“ fliegen sie zusammen ans Meer, und Suzie erlebt die Freiheit, von der sie immer geträumt hat. Doch diese Freiheit hat ihren Preis: Was ist es Suzie wert, ihren Traum zu leben?

Die Regisseurin Aelrun Goette bekommt 2022 den Filmpreis der Stadt Hof. Sie hat den Hofer Filmtagen viel zu verdanken, so sagt sie selbst.

Die »Sibylle« war in der DDR eine Legende. Die vom staatlichen Modeinstitut in Berlin herausgegebene »Zeitschrift für Mode und Kultur« war für viele Frauen im Land stilbildend und wurde mit ihren Fotostrecken auch international wahrgenommen. Zuletzt setzte die künstlerische Inszenierung der Models in alltäglichen Kontexten von Architektur und Industrie Maßstäbe. 2001 wurde die Zeitschrift in dem Dokumentarfilm »Träume nicht –Sibylle« gewürdigt.

Die Darstellerinnen und Darsteller Marlene Burow, Sabin Tambrea und David Schütter wurden 2022 beim Günter Rohrbach Filmpreis der Stadt Neunkirchen für ihre schauspielerische Leistung prämiert. Glückwunsch !

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