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Killers of the Flower Moon (nur im Kino)

Land: USA | Jahr: 2023 | ca. 206 Minuten | FSK: ab 12 Jahre

Regie: Martin Scorsese. Mit Leonardo DiCaprio, Robert De Niro, Lily Gladstone, Jesse Plemons, Brendan Fraser, John Lithgow, Tantoo Cardinal, u.a.

Ein episches Meisterwerk von Martin Scorsese.

"Killers of the Flower Moon" basiert auf dem gleichnamigen, akribisch recherchierten Tatsachenkrimi von David Grann und ist mit Robert De Niro und Leonardo DiCaprio starbesetzt.  

Den meisten indigenen Stämmen Nordamerikas ging es so: Vertrieben von ihrem Land, gezwungen in Reservate, oft Tausende Kilometer entfernt auf unbrauchbarem Boden. Nur der Stamm der Osage hatte es durch Zufall richtig getroffen: Das Fleckchen Land in Oklahoma, das der Stamm sich kaufte, entpuppte sich als wahre Goldgrube! Und hier beginnt - in den 1920er Jahren - Scorseses Geschichte.

1870 hatten die Osage nach dem Verlust ihres Stammlandes an weiße Siedler ein Gebiet von rund 5.700 Quadratkilometer in der Nähe der Grenze zu Kanada als neues Siedlungsgebiet zum Spottpreis von 1,90 US-Dollar pro Hektar gekauft und sich dort niedergelassen. 1897 wurde in genau diesem Gebiet Erdöl entdeckt, was die Osage von einem Tag auf den anderen zu reichen Leuten machte.

Dementsprechend schnell stellte sich der Neid der weißen Mitbürger ein, der schnell in dem Vorwurf mündete, die Osage seien nicht in der Lage, mit dem plötzlichen Reichtum umzugehen. Deshalb verabschiedete der US-Kongress 1921 ein Gesetz, das besagte, dass die Gerichte für jeden Osage und jedem, der mindestens zur Hälfte von ihnen abstammte, einen Vormund ernennen mussten. Dieser sollte dann ihre Tantiemen und finanziellen Angelegenheiten verwalten, bis sie ihre „Mündigkeit“ unter Beweis gestellt hatten.

In der Folge dieser Gesetzgebung kam es bis zum Jahr 1925 zu mindestens sechzig gewaltsamen Morden an Mitgliedern der Osage, bei denen es stets darum ging, in den Besitz der Schürfrechte zu gelangen.

Der Journalist David Grann arbeitete dieses weitere unrühmliche Kapitel amerikanischer Geschichte in dem Sachbuch Killers of the Flower Moon: The Osage Murders and the Birth of the FBI auf, das 2017 erschien. Martin Scorsese übernahm schließlich gemeinsam mit Eric Roth die Anpassung des Stoffes für die Leinwand. Und so gerät Killers of the Flower Moon zu einem Film, der sich sehr um historische Genauigkeit bemüht, der immer wieder historisches Archivmaterial einbaut und so ein akkurates Bild jener Zeit zeichnet.

All dies erzählt Martin Scorsese mit viel Sympathie selbst für die scheußlichsten Schurken, einem guten Auge, sowie viel Einfühlungsvermögen für die krassen Gegensätze, die hier kulturell aufeinanderprallen.

Gesehen beim Filmfestival in Cannes 2023.

 

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