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Der Fremde (deutsche Fassung)
- L'étranger -
Land: Frankreich | Jahr: 2024 | ca. 120 Minuten | FSK: ab 12 Jahre
Regie: François Ozon. Drehbuch: François Ozon. Kamera: Manuel Dacosse. Musik: Fatima Al Qadiri. Schnitt: Clément Selitzki. Mit Benjamin Voisin: Meursault. Rebecca Marder: Marie Cardona. Pierre Lottin: Raymond Sintès. Denis Lavant: Salamano. Swann Arlaud: Priester.
"Warum bist du hier?" - "Ich habe einen Araber getötet." so beginnt jetzt die zweite filmische Adaptation des Romans "Der Fremde". Albert Camus' Romanklassiker erzählt von einem Mann, der scheinbar ohne Grund einen anderen erschießt. "François Ozon hat das Buch jetzt neu verfilmt - und dem Täter ein überraschendes Motiv gegeben." (Andreas Kilb)
Spannend ist, wie der Film mit den kolonialen Blindstellen der Vorlage umgeht. Ozon verleiht den algerischen Figuren zumindest punktuell eine Stimme: Die Schwester des Ermordeten klagt, dass sich niemand für ihren Bruder interessiert. Auf dem Grabstein am Ende steht erstmals ein Name, Moussa Hamdani. Damit orientiert sich Ozon sichtbar an postkolonialen Lesarten des Romans, bleibt dabei aber verhalten. Das Opfer ist nicht mehr anonym, aber dennoch primär Katalysator für den Erkenntnisweg des Protagonisten.
François Ozons filmische Neuinterpretation des »Fremden« zeigt die Schatten der französischen Kolonialgeschichte: So zeigt er gleich zu Beginn eine Serie von Fotografien, die einen Eindruck des alten Algier vermitteln, bevor die Franzosen das Stadtbild nach westlichem Vorbild veränderten. Wenn Ozon schließlich am Ende seines Films das Grab des Ermordeten auf einer fruchtbaren Anhöhe über dem Meer und mit der Inschrift des Namens Moussa Hamdani zeigt, schließt sich ein Kreis. Aber auch jenseits dieses Rahmens ist das Bewusstsein einer Zweiklassengesellschaft als Differenz zwischen französischen Eroberern und arabischen Unterdrückten stets präsent.
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