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19:00
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Marx - der deutsche Prophet (im Kino)

Land: Deutschland | Jahr: 2018 | ca. 88 Minuten | FSK: ab 14 Jahre

Regie: Christian Twente

Mario Adorf hat sich mit der Rolle des Karl Marx einen langgehegten Lebenstraum erfüllt. Er bezeichnete sie oft als eine seiner wichtigsten Herzensrollen, für die er jahrelang gekämpft hatte.
Obwohl er sich selbst nie politisch engagierte, war Adorf nach eigener Aussage schon lange ein „Fan“ von Marx und von dessen Thesen zur Ausbeutung beeindruckt.
Verwirklicht wurde dieses Projekt schließlich im Jahr 2018 zum 200. Geburtstag des Philosophen.

filmdienst - Kritik: Dokudrama über den Philosophen Karl Marx (1818-1883) aus Anlass seines 200. Geburtstages. Ausgehend von einer späten Reise von London über Algier, Monte Carlo und Paris blickt der Film auf Leben und Wirken von Karl Marx zurück, doch reduzieren sich die biografischen Stationen weitgehend auf eine Parade von Anekdoten, Bonmots und pädagogischen Schaubildern. Auch die Engführung auf heute kurrente Themen wird dem umfassenden theoretischen Oeuvre von Marx kaum gerecht. Ausgezeichnet ist immerhin die darstellerische Leistung von Mario Adorf in den Spielszenen.

Er ist einer der meistgelesenen Autoren der Weltgeschichte und nach Luther der wirkmächtigste Deutsche. Revolutionäre und Reformpolitiker, Machthaber wie Gesellschaftskritiker reklamieren bis heute seine Leitsätze für sich. Im 20. Jahrhundert lebte mehr als ein Drittel der Menschheit unter Regimen, die sich auf seine Lehren beriefen – und zumeist scheiterten. Dabei hat Karl Marx selbst jeder Vereinnahmung listig vorgebeugt: „Was mich betrifft: Ich bin kein Marxist.“ Seine scharfsichtigen Analysen indes scheinen gerade in Zeiten epidemischer Finanz- und Wirtschaftskrisen aktueller denn je. Das Doku-Drama widmet dem Denker ein facettenreiches, gleichwohl kurzweiliges Porträt. Ausgehend von den wenig bekannten Reisen in Marx‘ letztem Lebensjahr, verkörpert der weltbekannte Schauspieler Mario Adorf einen ebenso widerspruchsfreudigen wie widersprüchlichen Weltgeist am Zenit seines Lebens – hin- und hergerissen zwischen prophetischer Zuversicht und der Angst vor dem Scheitern. Rückblenden lassen das Leben eines politisch getriebenen Bildungsbürgers Revue passieren, das von persönlichen Schicksalsschlägen und fortwährender Verfolgung gezeichnet war und dennoch den Lauf der Geschichte beeinflusst hat – wenn auch nicht immer im Sinne des Erfinders. Biografen, Historiker und Finanzfachleute, unter ihnen der französische Präsidentenberater Jacques Attali und der britische Marx-Kenner Gareth Stedman Jones, gehen der Frage nach, wie aussagekräftig die erst allmählich erschlossene Weltbeschreibung des deutschen Propheten heute noch sein kann.

Interview von Tobias Kessler mit Mario Adorf (Saarbrücker Zeitung)

 

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