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Ich werde laufen wie ein verrücktes Pferd
- J’irai comme un cheval fou -
Land: Frankreich | Jahr: 1973 | ca. 1:29:27 Minuten | FSK: ab 12 Jahre
Regie: Fernando Arrabal. Darsteller: (u.a.) George Shannon, Hachemi Marzouk, Emmanuelle Riva. Produzenten: Bernard & Ken Legargeant.
"Ich werde laufen wie ein verrücktes Pferd" aus dem Jahr 1973 ist ein Meilenstein des surrealistischen Kinos. Der Film wurde von dem kontroversen spanisch-französischen Regisseur Fernando Arrabal inszeniert, der neben Alejandro Jodorowsky zu den prägenden Köpfen der radikalen theatralischen Künstlergruppe Mouvement panique (Panische Bewegung) gehörte.
"Ich werde laufen wie ein verrücktes Pferd" ist ein Roadmovie der besonderen Art. Der neurotische Aden wird verdächtigt, seine Mutter getötet zu haben und flieht in die Wüste. Dort trifft er auf den Eremiten Marvel, der auf mysteriöse Weise mit der Natur kommuniziert. Schon bald ist Aden von ihm fasziniert und nimmt ihn mit in die Zivilisation, eine für Marvel fremde Welt. Hier erwarten ihn Laster und Perversion.
Regisseur Fernando Arrabal ist einer der umstrittensten Künstler unserer Zeit. Die politische Situation unter Franco zwingt den Spanier in den 1950ern ins französische Exil. Fortan ist er nicht mehr wegzudenken aus französischen Intellektuellenkreisen sowie der surrealistischen Avantgarde. Er gründete u.a. das Mouvement Panique, das durch Schockästhetik bürgerliche Moralvorstellungen brüskiert und hinterfragt.
So auch in Ich werde laufen wie ein verrücktes Pferd, wo Arrabal sämtliche Tabus bricht, um auf prägnante Weise die Gesellschaft und die Hässlichkeit der modernen Welt zu kritisieren. Seine kontroversen Werke stehen im Zeichen der Groteske. Dafür erhielt er renommierte Preise wie den spanischen Premio Nadal oder den Theaterpreis der Académie Française.
Vorführung:
Die Deutschlandpremiere von Ich werde laufen wie ein verrücktes Pferd mit deutschen Untertiteln fand am 02. Juni 2010 im Kino Black Box im Filmmuseum Düsseldorf statt.
Arrabal nutzt die Reise der beiden Männer als brutale Allegorie. Er stellt die reine, unschuldige Natur (verkörpert durch Marvel) der korrupten, dreckigen und heuchlerischen modernen Gesellschaft gegenüber.Religions- und Blasphemiekritik.
Ein typisches Produkt des 70er-Jahre-Surrealismus: Eine Traumlogik voller Schockbilder, blasphemischer Symbole, Nacktheit und groteskem Humor. Wer Filme wie Jodorowskys Der heilige Berg oder die Werke von Luis Buñuel mag, wird hier ein absolutes Meisterwerk des radikalen Kinos finden. Für ein breites Mainstream-Publiklikum ist er aufgrund seiner Drastik allerdings schwere Kost.
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