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19:00

Die letzten Glühwürmchen (nur im Kino)

- 火垂るの墓 - (Hotaru no Haka)

Land: Japan | Jahr: 1988 | ca. 88 Minuten | FSK: ab 6 Jahre

Regie: Isao Takahata. Drehbuch: Isao Takahata. Produktion: Tōru Hara. Musik: Michio Mamiya. Schnitt: Takeshi Seyama. Produktions­unternehmen: Studio Ghibli.

In dem Anime-Meisterwerk "Die letzten Glühwürmchen" (Originaltitel: Hotaru no Haka / Grave of the Fireflies) von Studio Ghibli geht es um das schmerzhafte Überleben zweier Geschwister im Japan des Zweiten Weltkriegs. Der Film von Regisseur Isao Takahata basiert auf der autobiografischen Novelle von Akiyuki Nosaka und gilt als einer der ergreifendsten Antikriegsfilme aller Zeiten.

Die Geschichte spielt im Jahr 1945 während der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs. Amerikanische Brandbomben zerstören die japanische Stadt Kōbe.
 Im Mittelpunkt stehen der 14-jährige Seita und seine vierjährige Schwester Setsuko. Ihr Vater kämpft bei der kaiserlichen Marine, ihre Mutter stirbt kurz nach dem verheerenden Bombenangriff an schweren Verbrennungen.
Auf sich allein gestellt, kommen die Kinder zunächst bei einer gefühllosen Tante unter. Wegen des ständigen Hungers und der Vorwürfe der Tante beschließt Seita, mit seiner Schwester in einen verlassenen Luftschutzbunker zu ziehen.
Die anfängliche Idylle im Bunker verfliegt schnell. Ohne Geld, Nahrung und medizinische Hilfe beginnt für die Geschwister ein grausamer Kampf gegen den Hungertod. Die namensgebenden Glühwürmchen dienen den Kindern nachts als Lichtquelle und werden zum Symbol für die Vergänglichkeit des Lebens.
Der reale, historische Hintergrund von „Die letzten Glühwürmchen“ basiert auf den traumatischen Kindheitserinnerungen des Autors Akiyuki Nosaka, der die Kriegsgräuel im Jahr 1945 am eigenen Leib erlebte. Seine 1967 veröffentlichte Novelle „Das Grab der Leuchtkäfer“ (Original: Hotaru no Haka) ist eine halbautobiografische Aufarbeitung und eine persönliche Entschuldigung an seine verstorbene Schwester.
Wie die Hauptfigur Seita war auch der Autor Akiyuki Nosaka im Jahr 1945 genau 14 Jahre alt, als die amerikanische Luftwaffe seine Heimatstadt Kōbe mit Brandbomben dem Erdboden gleichmachte.Der Verlust der Familie: Nosakas Adoptivvater kam bei den Luftangriffen ums Leben. Er verlor den Kontakt zu seiner Familie und war plötzlich ganz allein für seine kleine, damals erst 16 Monate alte Adoptivschwester Keiko verantwortlich.Das Verhungern der Schwester: Genau wie im Film schaffte es Nosaka unter den extremen Bedingungen der Nachkriegszeit nicht, genug Nahrung zu beschaffen. Seine jüngere Schwester starb im Sommer 1945 in Fukui an kriegsbedingter Unterernährung.
Während Seita im Film als aufopferungsvoller, liebevoller Bruder dargestellt wird, beschrieb sich Nosaka in seinen späteren biografischen Texten rückblickend als egoistisch und von der nackten Sucht nach dem eigenen Überleben getrieben. Er gestand, dass er den verbleibenden Hunger rationierte und seiner kleinen Schwester manchmal Essen vorenthielt oder sie schlug, wenn sie unaufhörlich weinte. Das Verfassen der Geschichte diente ihm als eine Art seelischer Exorzismus und Sühne, um die erdrückenden Schuldgefühle über ihren Tod zu verarbeiten. Im echten Leben überlebte Nosaka, geriet zeitweise wegen Diebstahls in eine Erziehungsanstalt und wurde später ein berühmter Schriftsteller....
 

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