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Broder im Interview (jederzeit online)
Land: Deutschland | Jahr: 2026 | ca. 42:00 Minuten | FSK: ab 12 Jahre
KLARTEXT Deutschland
Warum wählen so viele Menschen in Ostdeutschland die AfD? Publizist Henryk M. Broder sieht einen entscheidenden Grund in der DDR-Vergangenheit. Viele Ostdeutsche hätten ein besonderes Gespür für politische Bevormundung, Propaganda und unehrliche Sprache: „Sie riechen die Diktatur. Sie riechen die Lüge.“ Bei KLARTEXT Deutschland spricht Broder über den tiefen Vertrauensverlust gegenüber Politik, Staat und Medien. Wenn er heute die Tagesschau sehe, frage er sich manchmal: „Ist die Aktuelle Kamera wieder da?“ Gerade Menschen, die mit staatlich gelenkten Nachrichten aufgewachsen seien, reagierten besonders sensibel auf politische Botschaften. Den Erfolg der AfD hält Broder vor allem für eine Folge der Fehler anderer Parteien. Probleme bei Migration, Integration, Kriminalität, Klimapolitik und Wirtschaft seien zu lange kleingeredet oder bestritten worden. Die AfD sei deshalb nicht aus eigener Kraft so stark geworden, sondern weil viele Bürger sich nicht mehr ernst genommen fühlten. Die Angst vor einer AfD-Regierung teilt Broder nicht. Deutschland verfüge über stabile Parlamente, Gerichte und föderale Kontrollmechanismen. Seine Einschätzung: „Die Welt wird nicht untergehen, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt oder sonst irgendwo die Mehrheit bekommt.“ Wählen würde Broder die Partei trotzdem nicht. Wegen ihrer Nähe zu Russland bezeichnet er die AfD als „fünfte Kolonne Moskaus“. Sein Fazit: Wer den AfD-Erfolg verstehen will, muss über das Misstrauen im Osten sprechen – und über eine Politik, die den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat.
00:00 – „Die Ossis riechen die Diktatur“ 00:26 – Kommt die erste AfD-Regierung? 03:29 – Warum ist die AfD im Osten so stark? 04:50 – DDR-Erfahrung und „Aktuelle Kamera“ 06:18 – AfD, Linke und „unsere Demokratie“ 10:21 – Protestwähler: „Dann wählen wir sie halt mal“ 13:39 – Migration, Abschiebung und AfD-Parolen 16:09 – „Fünfte Kolonne Moskaus“ und Brandmauer 18:04 – Wie Migration die AfD stark gemacht hat 22:15 – Sündenbock, NSDAP-Vergleich und AfD-Verbot 28:04 – Ulrich Siegmund: „Ein großer Verkäufer“ 29:46 – Krawalle, Kemmerich und ungeliebte Wahlergebnisse 32:47 – Bündnisse gegen die AfD: „Mafia und Heilsarmee“ 35:19 – „Dann muss man die Demokratie abschaffen“ 36:49 – Rechtsruck und „Phantasialand Deutschland“ 42:08 – Stalingrad-Vergleich: Scheitern durch Durchhalten
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