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Gelbe Briefe (OmU) (nur im Kino)

- Yellow Letters -

Land: Deutschland/Türkei/Frankreich | Jahr: 2025 | ca. 128 Minuten | FSK: ab 12 Jahre

R: İlker Çatak. B: İlker Çatak, Ayda Meryem Çatak, Biografie Auszeichnungen IMDbPro Enis Köstepen. P: Ingo Fliess. K: Judith Kaufmann. Sch: Gesa Jäger. M: Marvin Miller. A: Zazie Knepper. Mit Yusuf Akgün, Emre Bakar, Tansu Bicer, Leyla Smyrna Cabas, Kerem Can, Aziz Capkurt. V: Alamode Film

Nachdem die deutsche Fassung letzte Woche in der Kinowerkstatt lief, läuft jetzt die OmU - Fassung in türkisch mit deutschen Untertiteln. So lief er auch bei der Berlinale. Da er wegen des Themas nicht in der Türkei gedreht werden konnte, muss Berlin als Ankara auftreten und Hambug als Istanbul. Dabei dient die Elbe als Double für den Bosporus, und Orte wie die Landungsbrücken oder das Oberlandesgericht Hamburg werden genutzt, um das Istanbuler Stadtbild zu ersetzen.

Es geht um die schwindende Meinungs- und Kunstfreiheit in einem Staat, der immer autoritärer wird. Dieser Staat ist die Türkei – oder etwa doch nicht?

Die Geschichte dreht sich um das Ehepaar Derya und Aziz, zwei angesehene Künstler aus der türkischen Theaterszene in Ankara: Nach der Premiere ihres neuen Theaterstücks geraten sie ins Visier des Staates. Sie erhalten die titelgebenden „gelben Briefe“ – in der Türkei ein Symbol für willkürliche, staatlich angeordnete Entlassungen. Über Nacht verlieren beide ihre Arbeit und ihre Wohnung. 
Die Idee entstand 2019 durch Berichte türkischer Theaterkollegen, die tatsächlich solche „gelben Briefe“ (Kündigungen mit absurden Begründungen) erhalten hatten.

"Gelbe Briefe" von Ilka Schattaak ist das Lehrstück der Stunde. Mit dem goldenen Bären der Berlinale wurde dieser Film ausgezeichnet.
Es geht um die schwindende Meinungs- und Kunstfreiheit in einem Staat, der immer autoritärer wird. Dieser Staat ist die Türkei – oder etwa doch nicht?

Schüler, die gegen die Wehrpflicht demonstrieren, werden wegen harmloser Plakatslogens jetzt strafrechtlich verfolgt. Drei Buchhandlungen, die für den Buchhandelspreis nominiert waren, werden vom Kulturkampfminister Wolfram Weimer ausgeschlossen. Er bezieht sich auf den Verfassungsschutz. Wer das Vorgehen der israelischen und deutschen Regierung gegen die Zivilbevölkerung in Gaza kritisiert, riskiert seinen Job in der Kulturbranche. Wer öffentlich sagt, er sei nicht bereit für Deutschland zu töten und zu sterben und würde lieber kapitulieren oder fliehen, wird inzwischen von konservativen und linksliberalen Mainstream Journalisten als Unperson gebranntmarkt. Andere Meinungen werden immer häufiger als bloße Auslandspropaganda abgetan. 

Viele Rezensenten, etwa vom NDR, lobten den Film als „fast protokollarisch nüchtern“ und als wichtiges Mahnmal für die Meinungsfreiheit.

"Selten wurde bei der Berlinale so heftig darum gerungen, wie politisch Kunst sein muss. Eine Debatte, die sich auch auf die Preisverleihung auswirkt. Samt einem Minister, der den Saal verlässt." (dpa)

Meinungsfreiheit? Der Berlinale-Sieger GELBE BRIEFE – Kritik & Analyse von Wolfgang M. Schmidt

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