Artikelansicht

2026-09-30

Programm vom 1. - 5. Okt. 2026 !

Programm vom 1. - 5. Okt. 2026 !

"Ida" (Do. 1. Okt. 19 Uhr; So. 4. Okt., 19 Uhr))
"Cold War - der Breitengrad der Liebe" (Fr. 2. Okt., 19 Uhr)
"Vaterland" Sa. 3. Okt., 19 Uhr)
"Vortex" (Sa. 3. Okt., 16 Uhr; So. 4. Okt. 16 Uhr)
"Lebensansichten eines Huhns" (Mo. 5. Okt. 19 Uhr)

"Ida" zum 100. Geburtstag von John Coltrane!
Am 23. September feierte die Musikwelt den 100. Geburtstag von John Coltrane. Der legendäre Jazz-Saxofonist und Komponist wurde am 23. September 1926 in Hamlet, North Carolina geboren.
In Paweł Pawlikowskis ("Vaterland") oscarprämiertem Meisterwerk "Ida" (2013) spielt der Jazz von John Coltrane eine zentrale atmosphärische und thematische Rolle. Zwei Kompositionen von Coltrane prägen den Soundtrack maßgeblich:
„Naima“, das wohl berühmteste Coltrane-Stück, eine sehnsuchtsvolle Ballade, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und „Equinox“, ein Saxofonstück, das die melancholische Stimmung des Films unterstreicht.
Worum geht es? Die streng gläubige Novizin Anna erfährt die erschütternde Wahrheit über ihre eigene Identität und der ihrer Familie. Ihr eigentlicher Name ist Ida, sie ist Jüdin. Sie lernt auf einer Reise mit ihrer Tante den jungen Saxofonisten Lis kennen. Lis spielt genau diese modernen Jazz-Stücke von Coltrane in einer Hotelband. Für Ida, die bisher nur das meditative, schweigende Leben im Kloster und sakrale Gesänge (wie von Johann Sebastian Bach) gewohnt war, öffnet sich durch Coltranes Musik eine völlig neue, emotionale Welt.
Der unkonventionelle Jazz bricht die strengen Muster ihrer Realität auf und verkörpert den Geist des gesellschaftlichen Wandels im Polen der frühen 1960er Jahre.

Info zum Film: https://kinowerkstatt.de/de/filme/detail/12766/

---------------------------------------------------------

Cold War - der Breitengrad der Liebe

Im Jahr 1949 reist der Musiker Wiktor durch polnische Dörfer, um traditionelle Volksmusik aufzunehmen. Er gründet ein Folklore-Ensemble, das schnell zum Aushängeschild des kommunistischen Regimes wird. Bei den Auditions lernt er die temperamentvolle Zula kennen, und die beiden verlieben sich tief ineinander.

Während das Regime die Musik zunehmend für politische Propaganda missbraucht, plant Wiktor die Flucht. Bei einer Gelegenheit in Berlin flieht er in den Westen. Zula jedoch bleibt zunächst in Polen zurück

Der Film zeichnet sich durch seine visuelle Poesie aus. Paweł Pawlikowski hat ihn komplett in stilsicherem Schwarz-Weiß und im fast quadratischen 4:3-Format gedreht. Eine tragende Rolle spielt zudem die Musik, die sich im Laufe der Jahre vom traditionellen polnischen Volksgesang hin zu Pariser Jazz wandelt und die innere Zerrissenheit der Charaktere widerspiegelt.

Info zum Film: https://kinowerkstatt.de/de/filme/detail/12767/

---------------------------------------------------------

Vaterland

"Vaterland" wurde Mai 2026 im Hauptwettbewerb des Filmfestivals von Cannes uraufgeführt und gewann dort den Preis für die beste Regie. Thomas Mann (gespielt von Hanns Zischler) kehrt nach 16 Jahren Exil zurück, um zwei Goethe-Preise entgegenzunehmen: einen im westdeutschen Frankfurt (amerikanische Zone) und einen im ostdeutschen Weimar (sowjetische Zone).

Thomas Mann reist gemeinsam mit seiner Tochter Erika (Sandra Hüller) in einem Buick von der amerikanisch besetzten Zone (Frankfurt am Main) bis in die sowjetisch kontrollierte Zone (Weimar). Der Anlass ist das 200. Jubiläum von Johann Wolfgang von Goethe, bei dem Mann in beiden Teilen des geteilten Landes Reden halten soll.

Nicht jeder heißt Mann in der Bundesrepublik willkommen, auch in der Pressekonferenz taucht die Frage auf, ob er seine Emigration nicht als Verrat an Deutschland sehe – und was er denn eigentlich als seine Heimat betrachte. Und in der SBZ versucht ihn der Leiter des Kulturbunds Johannes R. Becher für die Politik der späteren DDR zu vereinnahmen.

Zugleich gibt es einen Konflikt mit der Tochter, der diese Reise nicht behagt, die überhaupt nicht verstehen kann, dass Thomas Mann sich diesem Zeremoniell hingeben will und dass er jetzt wirklich glaubt, derjenige zu sein, der das "Gute Deutschland" repräsentieren muss und der mahnende Worte spricht und Richtungen aufzeigt, in die man gehen kann.

Info zum Film: https://kinowerkstatt.de/de/filme/detail/12762/

--------------------------------------------------------------

Ein wunderbarer Liebesfilm: "Vortex"

Kinowerkstatt zeigt den Spielfilm "Vortex" - das hochgelobte, französische Filmdrama und wunderbaren Liebesfilm aus dem Jahr 2021, das von dem bekannten Regisseur Gaspar Noé inszeniert wurde: Es geht um das Altern, die Demenz und die Unausweichlichkeit des Todes. Ein altes Ehepaar, er Filmjournalist, sie Psychoanalytikerin, lebt seit Jahrzehnten zusammen in einer Pariser Altbauwohnung. Nach vielen gemeinsam erlebten Jahren lässt das Gedächtnis der Frau rapide nach, sodass sie den Alltag kaum noch meistern kann, während ihr Mann noch aktiver im Leben steht. Angesichts ihres unterschiedlichen Zustands werden sie mit der Erkenntnis konfrontiert, für sich allein sterben zu müssen. Eine intime, behutsame Studie des altersbedingten Verfalls und der Gewissheit über die Unausweichlichkeit des Todes, die durch die detaillierte Abbildung des Alltags eine große Nähe erzeugt. 
"Vortex" ist ein wunderbarer Liebesfilm (Philipp Stadelmaier)

Info zum Film: https://kinowerkstatt.de/de/filme/detail/12772/

----------------------------------------

Lebensansichten eines Huhns.

Eigentlich will sie nur Mama werden, will eine kleine Kükenschar um sich herumwuseln sehen und dem Nachwuchs durch Scharren und Picken zeigen, wie der Hase läuft beziehungsweise wie das geht, das Hühnerleben. Aber dann ist natürlich mal wieder alles sehr viel komplizierter, nicht zuletzt, weil für das in Rede stehende Federvieh, also die titelheldische Henne, ein Leben als glücklich gurrende Glucke gar nicht vorgesehen ist. Vielmehr ist sie aus der Geflügelfabrik entkommen respektive machte ihr schwarzes Gefieder sie zum schwarzen Schaf. Auf dem Weg zum Schlachthof wird sie aussortiert, hüpft dann aber, statt in den Suppentopf des Lastwagenfahrers, an einer Tankstelle in die Freiheit. Sie ist eben ein aufgewecktes und neugieriges, um nicht zu sagen: ein abenteuerlustiges Huhn.

Info zum Film: https://kinowerkstatt.de/de/filme/detail/12753/
 


Zurück
Jetzt Mitglied werden!

KINOWERKSTATT

Die Kinowerkstatt St. Ingbert ist eine nichtkommerzielle Spielstelle, die sehenswerte aktuelle sowie kulturell und filmgeschichtlich wichtige Filme zeigt.

KONTAKT

Pfarrgasse 49
D-66386 St. Ingbert

Tel: 06894 36821 (Büro)
Mobil: 0176 54461046
Fax: 06894 36880