Kinowerkstatt St. Ingbert: Programm vom 15. - 18. Mai 2026 !
Kinowerkstatt St. Ingbert: Programm vom 15. - 18. Mai 2026 !
"Father Mother Sister Brother" (Fr. 15. Mai, 19 Uhr; Sa. 16. Mai, 19 Uhr; So. 17. Mai, 19 Uhr)
"Gelbe Briefe" (OmU) (Mo. 18. Mai, 19 Uhr)
Jim Jarmuschs „Father Mother Sister Brother“
Jim Jarmuschs neuer Film „Father Mother Sister Brother“ ist ein minimalistischer Episodenfilm, typisch für Jarmusch. Er feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig 2025, wo er mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
In drei eigenständigen Kapiteln untersucht Jarmusch die komplexen, oft distanzierten Beziehungen zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern:
In der ersten Episode besuchen die Geschwister Jeff (Adam Driver) und Emily (Mayim Bialik) ihren verwitweten, etwas kauzigen Vater (Tom Waits) in einer abgelegenen Hütte.
In der zweiten Episode treffen sich die ungleichen Schwestern Lilith (Vicky Krieps) und Timothea (Cate Blanchett) zum steifen, jährlichen Teetermin bei ihrer dominanten Mutter (Charlotte Rampling), einer berühmten Autorin.
Die dritte Episode, »Sister Brother«, spielt in Paris: Das Zwillingspaar (Indya Moore und Luka Sabbat) räumt die Wohnung seiner bei einem Flugzeugabsturz verstorbenen Eltern aus und stellt dabei fest, wie wenig es eigentlich über sie wusste.
Soviel sei verraten: Die inhaltlich unabhängigen Geschichten sind durch visuelle und akustische Details verbunden, wie etwa in Zeitlupe vorbeigleitende Skater, eine Rolex-Uhr oder die Farbe Dunkelrot in der Kleidung der Figuren. Dabei geht es um Entfremdung, Sprachlosigkeit und die Erkenntnis, dass man lebenslang das Kind seiner Eltern bleibt, egal wie distanziert das Verhältnis ist...
Info zum Film: https://kinowerkstatt.de/de/filme/detail/12704/
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"Gelbe Briefe"
Regisseur İlker Çatak zeigt eine türkische Familie, die ins Visier eines autokratischen Staates gerät. "Gelbe Brief", mit dem Goldenen Bären 2026 ausgezeichnet, wurde im Original in Türkisch gedreht. Nachdem die deutsche Fassung letzte Woche in der Kinowerkstatt lief, läuft jetzt die OmU - Fassung in türkisch mit deutschen Untertiteln. Da er wegen des Themas nicht in der Türkei gedreht werden konnte, muss Berlin als Ankara auftreten und Hambug als Istanbul. Dabei dient die Elbe als Double für den Bosporus, und Orte wie die Landungsbrücken oder das Oberlandesgericht Hamburg werden genutzt, um das Istanbuler Stadtbild zu ersetzen.
Dieser sogenannte Brecht’sche Verfremdungseffekt soll verdeutlichen, dass die im Film thematisierte staatliche Willkür und die Einschränkung der Kunstfreiheit universelle Probleme sind, die prinzipiell überall – auch in westlichen Demokratien – auftreten könnten.
Info zum Film: https://kinowerkstatt.de/de/filme/detail/12702/
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